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Wie kam man früher ohne Kühlschrank durch den Winter?

Keller, Sauerkraut, Speck und Kletzen: die vier Wege, wie man früher ohne Strom durch den Winter kam – und was du davon heute noch selbst machen kannst.

Florian Neuhuber 4 Min. Lesezeit
Wie kam man früher ohne Kühlschrank durch den Winter?

Stand: 22. Oktober 2026

1955 hatte in Westdeutschland nur etwa jeder zehnte Haushalt einen Kühlschrank. Trotzdem gab es auf vielen Höfen im Februar noch Kraut, Äpfel und Speck. Wie ging das? Mit einer einfachen Regel: Was nicht kalt liegt, muss sauer, salzig oder trocken sein. Hier sind die vier Wege, wie man früher ohne Strom durch den Winter kam – und was du davon heute noch selbst machen kannst.

Zu diesem Artikel gibt es ein Video von Hanne auf unserem Kanal @HanneSepp. Hanne und Sepp sind KI-Figuren der Prepperzentrale; die Inhalte beruhen auf den unten genannten Quellen.

Die vier Wege auf einen Blick

  1. Kalt: Gewölbekeller, Erdmiete, Eis aus dem Weiher
  2. Sauer: Sauerkraut im Steinguttopf
  3. Salzig und geräuchert: Speck aus der Rauchkuchl
  4. Trocken und eingekocht: Apfelringe, Kletzen, Einkochglas

Wichtig vorweg: Fleisch und Bohnen nicht im Wasserbad einkochen

Eiweißreiche, säurearme Lebensmittel wie Fleisch und Bohnen werden im Wasserbad oder Backofen nicht heiß genug. Dann kann Botulismus entstehen, eine gefährliche Lebensmittelvergiftung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärt im Merkblatt zu Botulismus, was stattdessen nötig ist. Pökeln und Räuchern zeigen wir hier nur als Geschichte, nicht als Anleitung – bei Fleisch reicht ein Fehler.

1. Kalt: Der beste Kühlschrank war die Erde

Ein Gewölbekeller liegt halb in der Erde, der Boden war oft aus Lehm. Dort bleibt es im Winter kühl und feucht – genau das mögen Äpfel und Kartoffeln. Ein moderner, warmer Heizungskeller taugt dafür wenig.

  • Äpfel: knapp über 0 bis etwa 5 °C, einzeln auf Holzlatten, damit du einen faulen sofort siehst. Ein fauler Apfel kommt gleich raus, sonst steckt er die Nachbarn an.
  • Kartoffeln: etwas wärmer, um 4 bis 6 °C, dunkel. Werden sie zu kalt, schmecken sie süß.

Die Temperaturangaben der Ratgeber weichen etwas voneinander ab; ein einfaches Thermometer mit Hygrometer zeigt dir, wie dein Keller wirklich ist.

Ohne Keller: die Erdmiete. Eine Grube im Garten, unten Sand, dann das Gemüse, oben Stroh und Erde, damit nichts friert. Gut geht das mit Kohl, Rüben, Karotten und Pastinaken. Heute reicht auch eine Tonne, eingegraben im Beet: Sand rein, Gemüse rein, Sand drüber.

Und das Eis: Im Winter sägte man Blöcke aus zugefrorenen Weihern und lagerte sie in Eiskellern, vor allem bei Brauereien und Gasthäusern. Unter Sägemehl und Stroh hielt das Eis bis weit in den Sommer. So konnten Brauereien auch im Sommer brauen.

Damit im Keller niemand mitisst: Wie Mäuse hineinkommen und wie du sie ohne Gift aussperrst, zeigt Sepp im Artikel Mäuse im Keller ohne Gift.

2. Sauer: Kraut aus dem Topf

Das ist der Weg, den du heute am leichtesten nachmachen kannst. Früher stand in vielen Kellern ein großer Steinguttopf oder ein Fass.

  1. Kohl fein hobeln.
  2. Salz dazu, etwa 15 g pro Kilo Kohl (Rezepte nennen 10 bis 20 g).
  3. Stampfen, bis Saft austritt. Dieser Saft ist die Lake.
  4. Ein Gewicht obendrauf, damit das Kraut unter der Lake bleibt – früher ein Brett und ein sauberer Stein.
  5. Milchsäurebakterien machen das Kraut sauer. Nach 4 bis 6 Wochen ist es Sauerkraut.

Die Falle: Schaut Kraut aus der Lake, kann es dort schimmeln. Also immer nachdrücken – alles muss unter die Lake. Für den Anfang reicht ein großes Glas. Wer mehr machen will, nimmt einen Gärtopf: Die Wasserrinne lässt Gas hinaus, aber keine Luft hinein.

3. Salzig und geräuchert: der Speck

Fleisch wurde kräftig eingesalzen, das nennt man pökeln. Salz zieht Wasser heraus, und ohne Wasser wachsen Keime schlecht. Danach hing es im Rauch: Viele Bauernhäuser hatten dafür eine Rauchkuchl oder eine Selchstange im Kamin – so selbstverständlich, dass man es beim Hausbau gleich mitgeplant hat. Geräuchert wurde vor allem in der kalten Jahreszeit; danach hing der Speck kühl und luftig.

Wie das genau geht, zeigen wir bewusst nicht. Fleisch haltbar machen gehört in die Hände von Fachleuten.

4. Trocken und eingekocht

Gleiches Prinzip wie beim Salz: Ohne Wasser haben Keime es schwer. Äpfel wurden in Ringe geschnitten und aufgefädelt, Birnen ganz getrocknet – in Österreich heißen sie Kletzen, daraus backt man bis heute Kletzenbrot. Getrocknet wurde über dem Ofen, auf dem Dachboden oder in der Sonne. Heute geht das im Dörrgerät oder im Backofen mit leicht geöffneter Tür.

Dann kam das Einkochglas: Glas, Gummiring, Deckel, Klammer. Patentiert wurde es 1892; der Unternehmer Johann Weck kaufte das Patent, und seine Firma machte die Gläser bekannt – daher sagen viele heute noch „einwecken“. Obst im Wasserbad einkochen klappt gut, es ist sauer genug. Fleisch und Bohnen brauchen mehr Hitze, siehe oben.

Und in der Wohnung?

Eine warme Wohnung ist kein Gewölbekeller. Was kühl liegen muss, braucht einen kühlen Ort – einen Balkon oder ein Kellerabteil. Am leichtesten fängst du mit einem Glas Sauerkraut an: Kohl, Salz, ein Glas. Wie du einen Vorrat für die ganze Familie planst, steht im Familien-Krisenplan.

Was Hanne dafür verwendet

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Fragen an Hanne?

Was machst du heute noch selbst – und was soll Hanne als Nächstes erklären? Schreib an hanne@prepperzentrale.de. Beantwortet werden die Fragen von der Redaktion der Prepperzentrale.

Quellen

  • German History in Documents and Images (GHDI), Deutsches Historisches Institut Washington – Kühlschränke in westdeutschen Haushalten 1955
  • BfR, Fragen und Antworten zu Botulismus
  • Stiftung Warentest, „Ernte lagern: Im Erdkühlschrank“
  • BUND Lemgo, Infoblatt Apfellagerung
  • Ratgeber zur Lagerung von Äpfeln und Kartoffeln (Gartenjournal, Plantura) – Temperaturspannen weichen ab
  • KuLaDig (Bürvenicher Eiskeller, Einkochglas) · VHKK, Eiskeller (PDF) · Schönenberg-Kübelberg (Bierkeller)
  • Rezeptquellen zum Sauerkraut (inFranken, Utopia, Falter)
  • BMLUK Österreich, Traditionelle Lebensmittel: Geselchtes · Kanton Freiburg, Räucherfleisch
  • Weck, Firmengeschichte

Hanne ist eine KI-Figur der Prepperzentrale. Bild und Stimme im Video sind KI-generiert, erstellt mit menschlichem Input.

Recherche orientiert an offiziellen Empfehlungen: BBK (DE) · SKKM (AT) · BABS (CH). Produkte werden selbst getestet oder transparent als ungetestet gekennzeichnet.

Florian Neuhuber

Energie-Engineer & Photovoltaik-Praktiker. Krisenvorsorge technisch durchgerechnet und selbst getestet — pragmatisch und ehrlich.

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