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Thermostat auf 5? So heizt du im Winter richtig – und sparst dabei

Stufe 5 heizt nicht schneller, nachts ganz aus kostet mehr, und der Gartenhahn muss vor dem Frost leer sein. Die Regeln von Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale.

Florian Neuhuber 3 Min. Lesezeit
Thermostat auf 5? So heizt du im Winter richtig – und sparst dabei

Stand: 27. Oktober 2026

Kalt in der Stube, also Thermostat auf 5? Heizung über Nacht ganz aus, um zu sparen? Und der Gartenwasserhahn bleibt, wie er ist? Alle drei kosten im Winter Geld – oder im schlimmsten Fall eine geplatzte Leitung. Hier steht, wie es richtig geht, mit den Werten von Umweltbundesamt (UBA) und Verbraucherzentrale.

Zu diesem Artikel gibt es kurze Videos von Hanne und Sepp auf unserem Kanal @HanneSepp. Die Inhalte beruhen auf den unten genannten Quellen.

Die Regeln auf einen Blick

  • Thermostat: Die Zahl ist die Zieltemperatur, kein Gaspedal. Stufe 3 sind etwa 20 °C – Stufe 5 heizt nicht schneller.
  • Jedes Grad zählt: ein Grad weniger spart rund 6 Prozent Heizenergie.
  • Nachts: nicht abschalten, sondern auf etwa 18 °C absenken. Nicht unter 16 °C, sonst droht Schimmel.
  • Heizkörper frei lassen: keine Möbel, Vorhänge oder Wäsche davor.
  • Vor dem Frost: Außenwasserhahn innen absperren, außen öffnen und leerlaufen lassen, Schlauch ab.

Thermostat auf 5 heizt nicht schneller

Ein Heizkörperthermostat regelt, wie warm der Raum am Ende werden soll – nicht, wie schnell es warm wird. Die Verbraucherzentrale schreibt dazu: „Es bringt nichts, das Thermostat auf eine höhere Stufe, zum Beispiel Stufe 5, einzustellen.“ Der Raum wird nicht schneller warm, die Heizung läuft nur länger weiter. Die Stufen liegen jeweils etwa 4 Grad auseinander:

  • Stufe 1: etwa 12 °C
  • Stufe 2: etwa 16 °C
  • Stufe 3: etwa 20 °C – das UBA: „Stufe 3 auf dem Wärme-Regler ist etwa 20 Grad.“
  • Stufe 5: etwa 28 °C

Die Werte sind eine Orientierung, je nach Hersteller weichen sie etwas ab. Die Verbraucherzentrale empfiehlt etwa 20 °C im Wohnzimmer, 18 °C im Schlafzimmer und 16 °C in wenig genutzten Räumen. Und es lohnt sich: „Schon ein Grad weniger Raumtemperatur reduziert den Verbrauch um 6 Prozent.“

Nachts absenken statt abschalten

Die Heizung über Nacht ganz auszudrehen klingt nach Sparen. Kühlen aber Wände und Möbel aus, braucht es am Morgen viel Energie, um sie wieder aufzuheizen – und an kalten Wänden schlägt sich Feuchtigkeit nieder. Das UBA rät: „Senken Sie die Raumtemperatur nachts oder tagsüber, wenn Sie einige Stunden lang nicht da sind, auf etwa 18 °C ab.“ Und weiter: „Zu wenig heizen ist allerdings auch nicht empfehlenswert.“ Die Verbraucherzentrale warnt, nicht unter 16 °C zu heizen, weil sonst Schimmel droht.

Ein programmierbares Thermostat übernimmt das Absenken am Heizkörper automatisch.

Heizkörper frei lassen

Das UBA: „Decken Sie Heiz-Körper nicht ab.“ Ein Sofa, ein langer Vorhang oder Wäsche auf dem Heizkörper halten die Wärme fest, statt sie im Raum zu verteilen. Große Möbel an Außenwänden brauchen außerdem Abstand – das UBA nennt mindestens 10 cm, sonst wächst dahinter Schimmel. Mehr dazu in Richtig lüften im Winter.

Heizkörper gluckert oder bleibt oben kalt: entlüften

Höher drehen hilft hier nicht – im Heizkörper sitzt Luft. Das UBA nennt Entlüften nötig, wenn der Heizkörper „gluckert“ oder trotz aufgedrehtem Thermostat nicht mehr richtig warm wird. Die Verbraucherzentrale NRW beschreibt den Ablauf so:

  1. Umwälzpumpe abschalten, wenn möglich, und alle Thermostate ganz aufdrehen; 30 bis 60 Minuten warten.
  2. Ein Gefäß und einen Lappen unter das kleine Entlüftungsventil oben am Heizkörper halten.
  3. Ventil mit dem Entlüftungsschlüssel langsam öffnen, bis nur noch Wasser kommt, dann fest schließen.
  4. Danach den Anlagendruck an der Heizung prüfen und bei Bedarf Wasser nachfüllen.

In der Mietwohnung gilt: bei Problemen den Vermieter oder die Hausverwaltung einschalten.

Nachts Rollläden und Vorhänge zu

Das Fenster ist die kälteste Fläche im Raum. Laut UBA kann ein geschlossener Rollladen die Wärmeverluste durch das Fenster nachts um etwa 20 Prozent verringern; geschlossene Vorhänge verstärken den Effekt. Die Verbraucherzentrale rät ebenfalls, nachts Rollos, Vorhänge oder Jalousien zu schließen – aber Vorhänge nicht über den Heizkörper hängen.

Vor dem ersten Frost: der Außenwasserhahn

Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus. Steht noch Wasser in der Leitung zum Gartenhahn, kann das Eis das Rohr sprengen – oft unbemerkt bis zum Tauwetter. Der Versicherer R+V rät, Wasserentnahmestellen im Freien „vor der Frostperiode“ zu entleeren. So geht es:

  1. Innen das Absperrventil für die Außenleitung zudrehen (meist im Keller oder Technikraum).
  2. Draußen den Hahn öffnen und das Restwasser auslaufen lassen. Den Hahn offen lassen.
  3. Gartenschlauch abnehmen und frostfrei lagern.

Auch für die Versicherung kann das zählen: Nach einem Frostschaden wird oft geprüft, ob die Leitungen entleert und abgesperrt waren. Was genau gilt, steht in den Bedingungen deines Vertrags. Und wo der Haupthahn für den Notfall sitzt, zeigt Sepp in den 12 Handgriffen.

Was Hanne und Sepp dafür verwenden

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Quellen

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Florian Neuhuber

Energie-Engineer & Photovoltaik-Praktiker. Krisenvorsorge technisch durchgerechnet und selbst getestet — pragmatisch und ehrlich.

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