Glossar — 152 Krisenvorsorge-Begriffe mit Querverweisen
152 Krisenvorsorge-Begriffe verständlich erklärt mit Querverweisen zu den passenden Artikeln.
Krisenvorsorge hat ihr eigenes Vokabular. Hier findest du die wichtigsten Begriffe – einfach erklärt, nach Themen sortiert. Tipp: Nutze die A–Z-Navigation oder die Kategorien zum schnellen Springen.
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Die zwei Grundregeln
(2 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um die zwei grundregeln.
Das Prinzip 'Eins ist keins, zwei ist eins' besagt, dass ein einzelnes System oder Gegenstand bei Ausfall nutzlos ist. Erst durch Redundanz, also mindestens zwei unabhängige Optionen, wird eine zuverlässige Versorgung sichergestellt. Dies gilt für Wasserquellen, Beleuchtung, Kommunikationsmittel und andere kritische Ressourcen.
Die Rule of 3s ist eine Priorisierungsregel für akute Notlagen: 3 Minuten ohne Luft (Atemwege, CO-Vergiftung, Ertrinken) erfordern sofortige Reaktion, 3 Stunden ohne Wärmeschutz bei extremen Temperaturen führen zu Unterkühlung, 3 Tage ohne Wasser sind kritisch, 3 Wochen ohne Nahrung überlebbar. Die Regel dient als Entscheidungshilfe, um lebensbedrohliche Zustände nach Dringlichkeit zu behandeln.
Ausrüstung & Rucksäcke
(6 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um ausrüstung & rucksäcke.
Ein Bug-Out-Bag (BOB), auch Fluchtrucksack oder 72-Stunden-Rucksack genannt, ist ein vorbereiteter Notfallrucksack für die schnelle Evakuierung. Er ist darauf ausgelegt, den Träger für mindestens 72 Stunden autark zu versorgen. Der Standardinhalt umfasst Wasser und Wasserfilter, kalorienreiche Notnahrung, ein Erste-Hilfe-Set, eine Lampe mit Ersatzbatterien, ein Multitool sowie wetterfeste Kleidung und Schutz.
EDC (Every Day Carry) bezeichnet die persönliche Alltagsausrüstung, die man ständig am Körper trägt, um auf kleine Notlagen vorbereitet zu sein. Typische Gegenstände sind ein kleines Multitool, eine Mini-Taschenlampe, ein Feuerzeug, Bargeld, ein Notfallausweis und Pflaster. Ziel ist es, mit diesen wenigen, handlichen Utensilien alltägliche Probleme wie einen Stromausfall im Lift oder kleine Verletzungen selbstständig lösen zu können.
Ein Get-Home-Bag (GHB) ist ein Notfallrucksack, der den Heimweg unter widrigen Bedingungen sichert, z.B. bei einem Blackout während der Arbeit oder einem ÖPNV-Ausfall. Der Inhalt umfasst bequeme Schuhe, Wasser für einen Tag, Riegel, eine Stirnlampe und weitere Gegenstände, die das Überbrücken von 12–24 Stunden ermöglichen.
Ein INCH-Bag (I'm Never Coming Home Bag) ist ein Notfallrucksack für Situationen, in denen man nicht mehr nach Hause zurückkehren kann, ausgelegt auf Wochen bis Monate. Er enthält neben dem Inhalt eines BOB auch Zelt/Tarp, Schlafsack, Kochsystem, Werkzeug, Saatgut und andere längerfristige Überlebensmittel.
Ein Multitool ist ein Taschenwerkzeug, das mehrere Funktionen wie Zangen, Messer, Schraubendreher und Säge in einem Gerät vereint. Bekannte Marken sind Leatherman, Victorinox und Gerber. Es ist Standard in EDC und BOB, jedoch ist die Klingenlänge zu prüfen, da in vielen DACH-Bundesländern gesetzliche Beschränkungen gelten.
Eine Stirnlampe (Headlamp) ist jeder Taschenlampe überlegen, da beide Hände frei bleiben. Wichtige Kriterien sind mindestens 200 Lumen, ausreichende Laufzeit, ein Rotlicht-Modus für Nachtsicht sowie die Wahl zwischen Akku- oder Batteriebetrieb.
Erste Hilfe & Medizin
(5 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um erste hilfe & medizin.
Ein IFAK (Individual First Aid Kit) ist ein kompaktes Erste-Hilfe-Set, das ursprünglich für den militärischen Einsatz entwickelt wurde und sich mittlerweile auch im zivilen Bereich etabliert hat. Der Standard-Inhalt umfasst ein Tourniquet (z. B. CAT oder SOFTT), eine Israeli Bandage (Druckverband) sowie hämostatische Wundauflagen zur schnellen Blutstillung bei schweren Verletzungen.
Ein Tourniquet (TQ) ist ein Abbindesystem zur Kontrolle lebensbedrohlicher Blutungen an Extremitäten. Es wird oberhalb der Wunde so fest angelegt, dass der arterielle Blutfluss gestoppt wird. Geprüfte Modelle sind unter anderem der CAT (Combat Application Tourniquet) und der SOFTT.
Ein Druckverband (auch Israeli Bandage oder Emergency Bandage) kombiniert eine Wundauflage mit einem integrierten Druckkissen, um Kompression in einem Schritt zu ermöglichen. Er ist die erste Wahl bei stark blutenden Wunden, bevor zu einem Tourniquet gegriffen wird, und kann einhändig angelegt werden.
Eine Hausapotheke (Notapotheke) ist ein Vorrat an Medikamenten und Verbandsmaterial für mindestens 14 Tage Autarkie zu Hause. Pflichtinhalt sind Schmerz- und Fiebermittel (Paracetamol, Ibuprofen), Elektrolyt-Pulver, Durchfallmittel (Loperamid) sowie Verbandsmaterial.
Jodtabletten (Kaliumiodid, KI-Tabletten) dienen der Jodblockade bei nuklearen Unfällen, indem sie die Aufnahme von radioaktivem Jod-131 in die Schilddrüse verhindern. In Österreich und der Schweiz werden sie in Umkreisen von Kernkraftwerken an Haushalte verteilt; in Deutschland ist die Bevorratung eingeschränkt.
Strom, Energie & Solar
(7 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um strom, energie & solar.
Eine Powerstation (Solargenerator, mobiler Stromspeicher) ist ein Gerät mit einem Akku (LiFePO4 oder NMC), eingebautem Wechselrichter, USB-Ports und 230V-Steckdosen. Die Kapazitäten reichen von 200 Wh bis über 5 kWh. Bekannte Marken sind EcoFlow, Bluetti, Jackery und Anker. Im Blackout dient sie als mobile Stromquelle.
LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat, LFP) ist eine Akku-Chemie mit höherer Sicherheit und Lebensdauer (3000+ Zyklen) als klassische Lithium-Ionen-Zellen (NMC). Sie ist thermisch stabil und neigt nicht zu Thermal Runaway. LiFePO4-Akkus sind etwas schwerer und teurer, aber für stationäre Speicher und Powerstations ideal.
Ein Solar-Panel (faltbares Solarmodul, Solartasche) dient zum Nachladen von Powerstations oder Powerbanks im Blackout. Der Anschluss erfolgt meist über MC4- oder XT60-Stecker. Die tatsächliche Leistung bei Bewölkung in der DACH-Region beträgt oft nur 30–60 % des Nennwerts. Ergänzend sind fest installierte Panels für den Dauerbetrieb geeignet.
Eine Inselanlage ist eine autarke Photovoltaik-Anlage, die nicht mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden ist. Sie besteht aus Solarmodulen, einem Laderegler, einem Batteriespeicher und einem Wechselrichter. Im Gegensatz zu netzgekoppelten Anlagen, die bei einem Blackout aufgrund des ENS-Schutzes abschalten, liefert eine Inselanlage auch bei Netzausfall zuverlässig Strom.
Ein Notstromaggregat ist ein Verbrennungsmotor (Benzin, Diesel oder Gas), der einen Generator antreibt und bei Netzausfall elektrische Energie liefert. Für empfindliche Elektronik sind Inverter-Generatoren mit sauberer Sinus-Spannung zu empfehlen. Bei der Planung ist der Kraftstoffvorrat zu berücksichtigen, da Diesel altert, sowie die Aufstellung im Freien wegen Abgasen.
Kleiner USB-Akku zum Laden von Handy, Stirnlampe, Funkgerät. Mindestkapazität für Notfall: 20.000 mAh. Pro Person mindestens zwei Stück, eine mit Solar-Lademöglichkeit. Im EDC und Bug-Out-Bag Pflicht.
Ein Wechselrichter wandelt Gleichstrom (z. B. aus Batterien oder Solarmodulen) in Wechselstrom für Haushaltsgeräte um. Man unterscheidet zwischen reinem Sinus (notwendig für empfindliche Elektronik) und modifiziertem Sinus (nur für robuste Lasten geeignet). Die Leistung wird in Watt (W) angegeben und sollte den Spitzenlasten der angeschlossenen Geräte entsprechen.
Kommunikation & Funk
(6 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um kommunikation & funk.
PMR-Funk (PMR446) ist ein lizenzfreier Funkdienst im 446-MHz-Band mit maximal 0,5 W Sendeleistung und 16 Kanälen. Die Reichweite beträgt in der Stadt 1–2 km, im freien Gelände 5–10 km. Er eignet sich ideal für die Familien-Koordination im Blackout und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz einheitlich nutzbar.
CB-Funk (Citizens Band) arbeitet im 11-Meter-Band (27 MHz) mit 4 W AM/FM bzw. 12 W SSB und bietet 80 Kanäle. Die Reichweite liegt bei 10–40 km, bei Überreichweite sind sogar interkontinentale Verbindungen möglich. Besonders verbreitet ist CB-Funk im Auto, der Notkanal 9 ist für Notfälle reserviert. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist er einheitlich geregelt.
Amateurfunk (Ham Radio) ist ein Funkdienst auf verschiedenen Frequenzbändern (HF/VHF/UHF) mit Sendeleistungen bis zu 750 W. Er ermöglicht Sprach-, Daten- und Morseverbindungen, auch weltweit. Voraussetzung ist das Bestehen einer Amateurfunkprüfung, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedliche Anforderungen stellt.
Lizenzfreier Handfunk im VHF-Band (149 MHz), 6 Kanäle, 1 W. Nur in Deutschland zugelassen — in AT/CH NICHT! Etwas bessere Gebäudedurchdringung als PMR. Für DACH-übergreifende Vorsorge ungeeignet.
Notfunk ist die organisierte Kommunikation von Funkamateuren im Katastrophenfall, meist über Amateurfunk-Repeater oder feste Notfunkfrequenzen. In Österreich koordiniert der ÖVSV-Notfunk, in Deutschland der Verein NOTFUNK Deutschland e.V., in der Schweiz die USKA. Notfunk dient der Überbrückung ausgefallener ziviler Kommunikationsinfrastruktur.
Ein Kurbelradio ist ein Notfallradio, das über eine Handkurbel und/oder ein Solarpanel mit Energie versorgt wird. Es empfängt UKW, Mittelwelle (MW) und oft auch Kurzwelle (KW) sowie ein Wetterband. Ein Kurbelradio gehört zum Notvorrat, um im Blackout Behördendurchsagen (z. B. ORF, Deutschlandfunk, SRF) empfangen zu können.
Notvorrat & Nahrung
(6 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um notvorrat & nahrung.
Ein Notvorrat ist ein bevorrateter Bestand an Lebensmitteln und Getränken, der für eine bestimmte Dauer der Autarkie ausgelegt ist. Die empfohlene Mindestmenge variiert je nach Behörde: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Deutschland empfiehlt 10 Tage, der Österreichische Zivilschutzverband (ÖZS) 14 Tage, und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BLV) in der Schweiz 7 Tage Wasser plus Lebensmittel. Die Basis bilden lagerfähige Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln und Konserven.
FIFO (First In, First Out) ist ein Rotationsprinzip für die Lagerung von Vorräten, bei dem die ältesten Bestände zuerst verbraucht werden. Dies sichert frische Bestände und verhindert Verluste durch ablaufende Mindesthaltbarkeitsdaten. Praktisch umgesetzt wird FIFO durch beschriftete Lagerkisten und eine durchdachte Regalanordnung, die den Zugriff auf ältere Produkte erleichtert.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt an, bis zu welchem Datum ein Lebensmittel unter angemessenen Lagerbedingungen seine spezifischen Eigenschaften wie Geschmack und Konsistenz garantiert behält. Es ist kein Verfallsdatum; viele Lebensmittel wie Konserven, Reis, Salz, Honig, Zucker und Öle sind weit über das MHD hinaus verzehrbar, sofern sie ungeöffnet und sachgemäß gelagert wurden.
Langzeitlebensmittel (LZN) sind speziell behandelte Lebensmittel mit einer Haltbarkeit von 10 bis 25 Jahren. Bekannte Marken sind BP-5, Convar, NRG-5, MX3 und Mountain House. Sie sind kompakt, leicht und kalorienreich, oft mit etwa 2000 kcal pro Tagesration. Der Nachteil sind die hohen Anschaffungskosten.
BP-5 und NRG-5 sind Notrationen in Form von energiereichen Riegeln, die von Hilfsorganisationen entwickelt wurden. Eine 500-Gramm-Portion liefert etwa 2300 kcal und ist trocken essbar, ohne Zubereitung. Die Haltbarkeit beträgt 5 bis 20 Jahre. BP-5 stammt aus Norwegen/Schweiz, NRG-5 aus Deutschland; weitere Varianten sind Seven Oceans und andere.
Eine Living Pantry (lebende Vorratskammer) ist ein Vorratssystem, das nahtlos in den täglichen Verbrauch integriert ist. Dabei wird das, was gegessen wird, auch gelagert, und das Gelagerte wird regelmäßig verbraucht. Dies vermeidet Verschwendung, hält den Geschmack vertraut und stellt sicher, dass die Vorräte stets frisch und bekannt sind.
Wasser
(5 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um wasser.
Ein Trinkwasservorrat ist die bevorratete Menge an Wasser für den Notfall. Die Empfehlung liegt bei 2 Litern pro Person und Tag für Trinkwasser, plus 1 bis 2 Liter für Hygiene und Kochen. Für 14 Tage entspricht dies etwa 50 Litern pro Person. Die Lagerung sollte dunkel, kühl und in lebensmittelechten Behältern erfolgen.
Wasserfilter wie Hohlfaser- oder Keramikfilter entfernen Bakterien, Protozoen und Schwebstoffe aus unbehandeltem Wasser. Bekannte Marken sind Sawyer Mini/Squeeze, Katadyn, Berkey und LifeStraw. Wichtig: Filter allein entfernen keine Viren oder Chemikalien; daher ist bei unsicherer Wasserqualität eine zusätzliche Desinfektion (z. B. Abkochen oder chemische Behandlung) erforderlich.
Chlor-Tabletten (z. B. Natriumdichlorisocyanurat) oder Silberionen (Micropur Classic) dienen der Wasserdesinfektion. Sie töten Bakterien und Viren ab, wobei die Wirkzeit von mindestens 30 Minuten eingehalten werden muss. Chlor-Tabletten sind eine Ergänzung zum Filter, da sie auch Viren abtöten, die Filter nicht immer zurückhalten.
Ein Hausbrunnen (Notbrunnen) ist eine unabhängige Wasserversorgung, die nicht an das öffentliche Netz angeschlossen ist. Nachteil: Die meisten Brunnen nutzen eine elektrische Pumpe, die bei einem Blackout ohne Notstrom ausfällt. Abhilfe schaffen handbetriebene Schwengelpumpen oder Solar-Tauchpumpen.
Regenwasser-Nutzung bezeichnet die Sammlung und Verwendung von Niederschlagswasser für Brauchwasserzwecke wie Toilettenspülung, Gartenbewässerung und Wäschewaschen sowie nach entsprechender Aufbereitung auch als Trinkwasser. Die typische Aufbereitungskette umfasst Filterung, UV-Behandlung oder Chlorung sowie Aktivkohlefiltration. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Nutzung von Regenwasser grundsätzlich erlaubt, unterliegt jedoch länderspezifischen Vorschriften, insbesondere bei der Trinkwassergewinnung.
Heizen, Brennstoff & CO
(6 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um heizen, brennstoff & co.
Eine CO-Vergiftung (Kohlenmonoxid-Vergiftung) entsteht durch das Einatmen von Kohlenmonoxid, das bei unvollständiger Verbrennung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe wie Petroleum, Holzkohle oder Gas entsteht. Kohlenmonoxid ist geruchlos, farblos und bindet etwa 240-mal stärker an Hämoglobin als Sauerstoff, wodurch die Sauerstoffversorgung des Körpers massiv beeinträchtigt wird. Symptome reichen von Kopfschmerzen und Schwindel bis zu Bewusstlosigkeit und Tod; eine sofortige Frischluftzufuhr und ärztliche Behandlung sind lebensnotwendig.
Ein CO-Melder (Kohlenmonoxid-Warner) ist ein Gerät, das die Kohlenmonoxid-Konzentration in der Raumluft überwacht und bei Überschreitung festgelegter Schwellenwerte (typischerweise 30 ppm, 100 ppm oder 300 ppm) einen lauten Alarm auslöst. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Einsatz von CO-Meldern in jedem Raum mit Verbrennungsgeräten wie Gas-Thermen, Holzöfen oder Petroleum-Heizern dringend empfohlen, in einigen Bundesländern sogar gesetzlich vorgeschrieben.
Ein Petroleumheizer (auch bekannt unter Markennamen wie Zibro oder Toyotomi) ist ein mobiles Heizgerät, das mit Petroleum (Paraffinöl) betrieben wird und ohne Strom auskommt, außer bei Modellen mit elektrischem Lüfter. Die Heizleistung liegt typischerweise zwischen 2 und 5 kW, der Verbrauch bei etwa 0,2 Litern pro Stunde. Achtung: Bei der Verbrennung entsteht Kohlenmonoxid, daher ist eine ausreichende Belüftung oder der Einsatz in nicht geschlossenen Räumen zwingend erforderlich.
Ein Holzofen oder Kaminofen (auch Werkstattofen genannt) ist ein fest installiertes Heizgerät, das mit Holz befeuert wird und zur Raumheizung dient. Im Blackout kann er auch zum Kochen genutzt werden. Voraussetzung sind ein zugelassener Schornstein und ein ausreichender Brennstoffvorrat von mindestens einem Ster pro Saison für die Backup-Heizung.
Eingelagerter Brennstoff für Heizen/Kochen im Blackout: Holz (Stapel trocken, regengeschützt), Holzbriketts, Petroleum (in Originalkanistern, nicht im Wohnraum), Spiritus, Gas-Kartuschen (CV/CP-Norm).
Ein Gaskocher (auch Campingkocher oder Kartuschenkocher) ist ein tragbares Kochgerät, das mit Einweg-Gaskartuschen (Schraubventil EN-417 oder Lindal-Ventil) betrieben wird. Im Blackout ist er unverzichtbar zum Kochen, da er unabhängig vom Stromnetz funktioniert. Wichtig: Nur im Freien oder bei ausreichender Lüftung betreiben, da sonst akute Kohlenmonoxid-Vergiftungsgefahr (CO) besteht.
Behörden, Warnsysteme & Apps
(6 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um behörden, warnsysteme & apps.
AT-Alert (seit 2024) ist das österreichische Cell-Broadcast-Warnsystem, das Warnungen direkt auf Mobiltelefone sendet, ohne dass eine App oder Telefonnummerndatenbank erforderlich ist. Es unterscheidet die Stufen Notfallwarnung, Schwere Warnung, Information und Test. Ergänzt wird es durch die Warn-App KATWARN und das Sirenensystem.
Offizielle Warn-App des BBK (Deutschland) — bündelt Warnungen von Bund, Ländern, Kommunen und DWD (Wetter). Seit 2023 auch via Cell Broadcast in DE. Pflicht-Installation für DACH-Reisende.
Alertswiss ist das offizielle Warnsystem des Schweizer Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS), bestehend aus einer App, einer Webseite und Cell Broadcast. Die Kategorien umfassen Alarm, Warnung und Information. Ergänzt wird es durch das Polyalert-Sirenensystem mit den Signalen Allgemeiner Alarm und Wasseralarm.
Cell Broadcast ist ein Verfahren zur Aussendung von Warnmeldungen an alle Mobiltelefone in einer Funkzelle. Es ist anonym, benötigt keine SIM-Datenbank und funktioniert auch bei überlasteten Netzen. Der Standard wird in den USA, Japan und weiteren Ländern eingesetzt.
Zivilschutz umfasst Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in Katastrophen und im Verteidigungsfall. In Österreich ist der Österreichische Zivilschutzverband (ÖZSV) zuständig, in Deutschland das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) und in der Schweiz das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS).
Sirenen-Signale sind standardisierte Warnsignale: In Deutschland gibt es den Warnton (3-minütiger Dauerton), den Alarm (1-minütiger auf- und abschwellender Ton) und die Entwarnung (1-minütiger Dauerton). In der Schweiz wird der Allgemeine Alarm (regelmäßig steigend/fallend, 1 Minute) und der Wasseralarm (12 tiefe Töne) verwendet.
Szenarien & Begriffe
(10 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um szenarien & begriffe.
Ein Blackout ist ein großflächiger, unkontrollierter Stromausfall, der typischerweise länger als 24 Stunden andauert und weite Teile eines Landes oder Kontinents betreffen kann. Die Folgen umfassen den Ausfall von Wasserversorgung, Heizung, Mobilfunk und Tankstellen.
Ein Brownout ist eine gezielte Abschaltung einzelner Regionen oder eine Spannungsabsenkung, die vom Netzbetreiber angeordnet wird, um einen totalen Netzkollaps (Blackout) zu vermeiden. Typischerweise dauert ein Brownout 1 bis 4 Stunden.
SHTF (Shit Hits The Fan) bezeichnet einen Ernstfall, bei dem staatliche und gesellschaftliche Strukturen zusammenbrechen. Der Begriff ist US-geprägt; in der DACH-Region sind realistischerweise regional begrenzte Großlagen wie Hochwasser oder Blackout zu erwarten.
TEOTWAWKI ist ein Akronym aus dem Englischen für 'The End Of The World As We Know It' und bezeichnet im Survival-Jargon einen dauerhaften Zusammenbruch der Zivilisation. Das Konzept ist stark in der US-amerikanischen Survival-Subkultur verankert und für die konkrete Krisenvorsorge im DACH-Raum wenig hilfreich. Stattdessen sollten Vorsorgemaßnahmen auf realistischere Szenarien wie Blackout, Pandemie oder Naturkatastrophen ausgerichtet werden.
WROL steht für 'Without Rule Of Law' und beschreibt einen Zustand, in dem Polizei- und Justizsystem nicht mehr funktionieren. In Europa ist ein solcher Zustand extrem unwahrscheinlich, während er in fragilen Staaten Realität sein kann. Für die Krisenvorsorge im DACH-Raum ist WROL allenfalls als Teilszenario einer chaotischen Übergangsphase von kurzer Dauer relevant.
Bug-Out und Bug-In bezeichnen zwei grundlegende Strategieoptionen im Ernstfall. Bug-In bedeutet, am Wohnort zu bleiben und ist die Standardstrategie bei Blackout, Pandemie oder städtischen Szenarien, da Vorräte, Heizung und familiäre Bindung dort konzentriert sind. Bug-Out hingegen ist die Flucht an einen vorbereiteten Ort außerhalb des Gefahrenbereichs, erfordert jedoch Mobilität und einen sicheren Zielort.
Eine Bug-Out-Location (BOL) ist ein vorbereiteter Ort außerhalb des Wohnorts, wie ein Wochenendhaus, Verwandtenhof oder Schrebergarten, der mit Vorräten, Wasser und Heizung ausgestattet ist. Im DACH-Raum ist ein solcher Fluchtort selten realistisch, wenn kein familiärer Anschluss besteht. Wichtig ist, dass die Location mindestens zu Fuß erreichbar ist und über eine unabhängige Wasserversorgung verfügt.
Resilienz bezeichnet die Fähigkeit eines Systems (Person, Haushalt, Gemeinde, Land), Schocks zu absorbieren und schnell wieder handlungsfähig zu werden. Kernkonzept moderner Krisenvorsorge — ersetzt zunehmend den Begriff „Prävention“ durch einen dynamischen Ansatz, der Anpassung und Lernen einschließt.
Autarkie bedeutet vollständige Unabhängigkeit von externer Versorgung (Strom, Wasser, Nahrung, Wärme). 100%-Autarkie ist für die meisten Haushalte unrealistisch — sinnvoller: definierte Tage Autarkie pro Bereich (z.B. 14 Tage Trinkwasser, 7 Tage Nahrung).
Fallout ist radioaktiver Niederschlag, der nach einem Kernwaffeneinsatz oder Reaktorunfall aus der Atmosphäre niedergeht. Schutzmaßnahmen: Aufenthalt in Kellern/Schutzräumen, Abdichten von Lüftung, Jodprophylaxe nur nach Behördenanweisung.
Schutzklassen & Standards
(5 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um schutzklassen & standards.
Die IP-Schutzklasse (IP-Code) klassifiziert den Schutz elektrischer Geräte gegen Staub (1. Ziffer 0–6) und Wasser (2. Ziffer 0–9). Relevant für Stirnlampen, Funkgeräte, Powerstations. Faustregel Outdoor: mind. IP54.
EN 149 ist die europäische Norm für partikelfiltrierende Halbmasken (FFP). FFP1 filtert mindestens 80% der Partikel und eignet sich für groben Staub. FFP2 filtert mindestens 94% und schützt vor Aerosolen und Viren wie SARS-CoV-2. FFP3 filtert mindestens 99% und wird bei Asbest, Pandemien oder Fallout-Staub eingesetzt. Für die Krisenvorsorge sind FFP2- und FFP3-Masken empfohlen.
EN 166 ist die europäische Norm für Augen- und Gesichtsschutz. Die Kennzeichnung gibt die Schutzstufe an: F (niedrige mechanische Belastung), B (mittel), A (hoch). Ziffern bezeichnen weitere Gefahren: 3 (Flüssigkeiten), 4 (Staub), 5 (Gas), 9 (Metallschmelze). Im Krisenvorsorge-Kit schützt eine EN-166-Brille vor Trümmern und Splittern.
NRBC (nuklear, radiologisch, biologisch, chemisch) bzw. ABC-Schutz (atomar, biologisch, chemisch) bezeichnet Maßnahmen gegen diese Bedrohungen, international als CBRN bekannt. Echte ABC-Schutzmasken wie C2A1 oder MIRA CM-6M verwenden Kombifilter mit Aktivkohle, Partikelfilter und Spezialschichten. Für den Zivilschutz sind solche Masken nur bei spezifischen Gefahrenlagen notwendig.
EN ISO 20471 ist die Norm für Warnkleidung mit fluoreszierendem Material und Reflexstreifen. Es gibt drei Klassen (1, 2, 3) mit steigender Mindestfläche. In Österreich und der Schweiz ist Warnweste pro Insasse im Fahrzeug Pflicht. Im Notfallrucksack (BOB) sollte eine Warnweste Klasse 2 oder 3 enthalten sein.
Hygiene & Sanitär
(10 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um hygiene & sanitär.
Provisorische Toilette aus stabilem Eimer (10-20 L) mit reißfesten Müllbeuteln und saugfähigem Material wie Katzenstreu, Sägespänen oder Sand. DACH-Standard-Lösung für den Blackout, wenn keine Wasserspülung mehr funktioniert.
Warum wichtig: Bereits nach 6-12 Stunden Stromausfall fällt in Hochhäusern und vielen Einfamilienhäusern die Toilettenspülung aus, da Druck-Erhöhungs- oder Hebepumpen ohne Strom stehen. Ohne Nottoilette droht massive Hygiene-Krise mit Infektionsrisiko innerhalb von 24-48 Stunden.⚠ Häufiger Fehler: Den Eimer ohne Müllbeutel und ohne Streumaterial vorrätig zu haben — das macht die Nottoilette nach 1-2 Anwendungen unbrauchbar. Pro Person und Tag rechnet man mit 2-3 Müllbeuteln und ca. 500 g Streumaterial.
Toilette, die Urin und Feststoffe getrennt sammelt — der Urin läuft in einen separaten Kanister, die Feststoffe werden mit Einstreu (Sägespäne, Kokosfaser) bedeckt. Dadurch entsteht kaum Geruch.
Warum wichtig: Für längere Krisen ab 3-7 Tagen ist die Trenntoilette der Nottoilette deutlich überlegen, weil die Geruchsbildung minimal bleibt und Feststoffe wochenlang sicher gelagert werden können. Auch für Mietwohnungen ohne Balkon geeignet.⚠ Häufiger Fehler: Urin und Feststoffe doch zu mischen — dann entsteht durch Bakterienkontakt sofort der typische Ammoniak-Gestank. Strikte Trennung ist Pflicht.
Tragbare Toilette mit Spülwasser-Tank oben und herausnehmbarer Kassette unten. Sanitärflüssigkeit zersetzt Feststoffe und unterdrückt Geruch — die Kassette wird in WC oder Klärgrube entleert.
Warum wichtig: Bequemste Lösung für Familien im Blackout: spülbar, geruchsneutral, transportabel. Eine 20-L-Kassette reicht für 4 Personen ca. 3-5 Tage. Auch für Camping und Wohnmobil nutzbar — also Doppelnutzen.⚠ Häufiger Fehler: Ohne Sanitärflüssigkeit-Vorrat zu kaufen — die Toilette ist ohne das Bio-Konzentrat nach 1 Tag unbenutzbar. Mindestens 2-3 L Konzentrat einlagern.
Vorrat an Damenhygiene-Artikeln, Desinfektionsmittel, Müllbeuteln, Toilettenpapier, Feuchttüchern und Chlorbleiche für 14-30 Tage autarken Betrieb der Familie.
Warum wichtig: Hygiene-Artikel sind nach Lebensmittel-Hamsterkäufen die ersten Produkte, die in Supermärkten ausverkauft sind — siehe COVID-2020 (Toilettenpapier) und Hochwasser 2021. Ein 30-Tage-Vorrat verschafft Ruhe und Handlungsfähigkeit.⚠ Häufiger Fehler: Toilettenpapier-Vorrat überzubewerten und Desinfektion plus Damenhygiene zu vergessen. Pro Person rechnet man mit 1 Rolle pro Woche — also für 4 Personen / 30 Tage ca. 20 Rollen, nicht 200.
Grauwasser ist leicht verschmutztes Abwasser aus Dusche und Spüle (ohne Fäkalien), Schwarzwasser enthält Toiletten-Inhalte. Im Blackout werden beide unterschiedlich behandelt — Grauwasser kann ggf. zum WC-Spülen wiederverwendet werden.
Warum wichtig: Wer im Blackout Grauwasser sammelt (z.B. aus dem Abwasch), kann damit Toilettenspülungen manuell auslösen (einfach Kübel in die Schüssel kippen) — das spart Trinkwasser-Reserve. Schwarzwasser darf nie wiederverwendet werden.⚠ Häufiger Fehler: Grauwasser tagelang in offenen Behältern zu lagern — schon nach 24 Stunden beginnt es zu faulen und wird selbst zur Geruchs- und Infektionsquelle. Maximal 24 h verwenden.
Abtötung von Bakterien und Viren auf Haut, Oberflächen oder im Trinkwasser durch Alkohol (mind. 70%), Chlor, UV oder Wärme. Wichtigster Hygiene-Pfeiler ohne fließend Wasser.
Warum wichtig: Im Blackout ohne Händewaschen explodiert das Risiko für Magen-Darm-Infekte (Norovirus, Rotavirus) — gerade bei Kindern lebensgefährlich durch Dehydration. 500 ml Hände-Desinfektion pro Person für 30 Tage einlagern.⚠ Häufiger Fehler: Reine Seife mit Desinfektion zu verwechseln — Seife entfernt Schmutz, tötet aber nur teilweise Viren. Ohne Wasser zum Abspülen ist Alkohol-Desinfektion immer überlegen.
Körperreinigung mit minimal Wasser — entweder per Waschlappen-Methode (1 L Wasser, lauwarm, von Kopf bis Fuß) oder mit Trockenshampoo und Feuchttüchern. Vollbäder fallen im Blackout ersatzlos aus.
Warum wichtig: Wer im Blackout täglich duschen will, verbraucht die komplette Wasserreserve in 2-3 Tagen. Die Waschlappen-Methode bringt einen mit 1 L pro Tag und Person komfortabel durch — pro Familie also nur 4 L statt 200 L.⚠ Häufiger Fehler: Feuchttücher als alleinige Lösung anzusehen — die Haut wird nach 3-4 Tagen gereizt und Falten/Achseln werden nicht sauber. Mindestens 1× pro Woche Waschlappen-Vollwäsche einplanen.
Wässrige Lösung von Natriumhypochlorit (typisch 2,8-5%), die als Allzweck-Desinfektionsmittel für Trinkwasser, Oberflächen und Wäsche dient. 2 Tropfen pro Liter desinfizieren klares Wasser in 30 Minuten.
Warum wichtig: Chlorbleiche ist das vielseitigste Krisen-Hygiene-Mittel überhaupt: 1 Flasche (1 L) desinfiziert ca. 10.000 L Trinkwasser oder reinigt die Nottoilette wochenlang. Kostet im Supermarkt unter 2 EUR.⚠ Häufiger Fehler: Parfümierte Bleiche oder Markenprodukte mit Zusätzen zu kaufen — für die Trinkwasser-Desinfektion ausschließlich pure, unparfümierte Natriumhypochlorit-Lösung verwenden. Außerdem: Bleiche verliert nach 6-12 Monaten an Wirksamkeit, daher rollierend tauschen.
Wenn die Müllabfuhr ausfällt, müssen organische Abfälle (Lebensmittelreste, Hygieneabfälle) getrennt, geruchsneutral verpackt und schädlingssicher gelagert werden — Balkon, Garage oder zur Not im Treppenhaus.
Warum wichtig: Bereits nach 3-5 Tagen ohne Abfuhr droht eine sekundäre Gesundheitskrise durch Ratten, Schaben und Fliegen. Im Sommer (>25°C) beginnt der Verwesungsprozess innerhalb 24 h, was Krankheits-Vektoren anzieht.⚠ Häufiger Fehler: Alle Abfälle in einem Sack zu sammeln — organisch und Hygiene zusammen entwickeln explosionsartig Gestank und Maden. Strikt trennen, doppelt einpacken, mit Backpulver oder Katzenstreu bestreuen.
Reserve an Tampons, Binden, Slipeinlagen oder wiederverwendbaren Alternativen (Menstruationstasse, Periodenslip) für mindestens 3-6 Monate pro menstruierende Person im Haushalt.
Warum wichtig: Hygiene-Artikel waren in jeder größeren Versorgungskrise (COVID, Hochwasser, Krieg in Ukraine) innerhalb von Stunden vergriffen. Ein 6-Monats-Vorrat kostet ca. 50-80 EUR und gibt psychologische Sicherheit.⚠ Häufiger Fehler: Nur 1-2 Packungen vorrätig zu haben oder die Bedürfnisse der Töchter (Pubertät) zu vergessen. Auch: Tampons haben begrenzte Haltbarkeit (3-5 Jahre) — Menstruationstasse als Backup einplanen, hält 10 Jahre.
Familie & Kinder
(10 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um familie & kinder.
Schriftliches Dokument, das in einer Familie regelt: Wer macht was im Krisenfall? Wo treffen wir uns? Wen rufen wir an? Wo sind Dokumente, Bargeld und Notvorrat? Wird gemeinsam mit Kindern (ab 6 J.) erarbeitet.
Warum wichtig: Ohne schriftlichen Plan macht jeder, was er gerade für richtig hält — Eltern fahren zur Schule, Kinder warten woanders, Großeltern werden vergessen. Studien aus DACH (BBK, KAT) zeigen: Familien mit Plan überleben Krisen mit deutlich weniger Stress.⚠ Häufiger Fehler: Den Plan nur im Kopf zu haben oder ihn 1× zu erstellen und nie zu üben. Mindestens 1× pro Jahr durchsprechen und an neue Situationen (Schulwechsel, Umzug) anpassen.
Drei klar definierte Treffpunkte für den Krisenfall: (1) Zuhause, (2) in der Nachbarschaft (z.B. Spielplatz, falls Haus gefährdet), (3) out-of-area (Verwandte in anderer Stadt, falls Region evakuiert).
Warum wichtig: Im Ernstfall (Brand, Gasleck, Hochwasser) sind Handynetze überlastet — ohne vereinbarten Treffpunkt suchen sich Familien stundenlang. Die 3-Stufen-Logik kommt aus US-Notfallschutz (FEMA) und ist auch in Österreich/Schweiz Standard.⚠ Häufiger Fehler: Nur einen einzigen Treffpunkt zu definieren — wenn der genau im Gefahrengebiet liegt (z.B. das Haus brennt), bricht der Plan zusammen. Immer Plan B und C festlegen, idealerweise in 3 Distanzen.
Vertrauensperson außerhalb des wahrscheinlichen Krisengebiets (>200 km entfernt), bei der sich alle Familienmitglieder einzeln melden. Diese Person koordiniert dann die Info zwischen allen.
Warum wichtig: Bei regionalen Krisen (Hochwasser Ahrtal 2021, Stromausfall Italien 2003) bricht das lokale Mobilfunknetz zusammen, aber Anrufe in andere Regionen funktionieren oft noch. Der Out-of-Area-Kontakt ist die letzte Kommunikationsbrücke.⚠ Häufiger Fehler: Einen Verwandten in der gleichen Stadt zum 'Notfall-Kontakt' zu erklären — der ist von derselben Krise betroffen. Die Person muss in mindestens 200 km Entfernung wohnen, idealerweise in einer anderen Region.
Schriftliche Regelung mit Schule/Kindergarten: Wer holt das Kind bei welcher Krisenstufe ab? Welche Erwachsenen sind als Backup berechtigt? Welche Codeworte verhindern unbefugte Abholung?
Warum wichtig: Im Blackout oder bei Verkehrschaos kann der Hauptelternteil das Kind eventuell nicht erreichen — vorab mit der Schule abgestimmte Backup-Personen (Großeltern, Nachbarn) sind dann lebenswichtig. Codeworte verhindern Identitätsmissbrauch.⚠ Häufiger Fehler: Sich darauf zu verlassen, dass die Schule das Kind 'schon irgendwie betreuen wird' — viele Schulen schließen im Krisenfall innerhalb 1-2 h und schicken Kinder nach Hause, auch wenn niemand da ist.
Altersgerechte Vorbereitung und Begleitung von Kindern in der Krise: Erklärung, Beschäftigung, Schlafrhythmus, Sicherheit. Kinder spüren Stress der Eltern und brauchen Routine.
Warum wichtig: Studien (Ahrtal 2021, Wien-Blackout-Übung 2022) zeigen: Kinder verarbeiten Krisen umso besser, je klarer und ruhiger Eltern kommunizieren. Spielzeug-Reserve und Routine (Bettzeit, Mahlzeiten) sind psychologisch ebenso wichtig wie Essen.⚠ Häufiger Fehler: Kindern Informationen vorenthalten ('um sie nicht zu beunruhigen') — das erhöht die Angst, weil Kinder spüren, dass etwas nicht stimmt, aber nicht wissen, was. Altersgerecht erklären, was passiert und was die Familie tut.
3-6 Monate Reserve an Anfangsmilch, Folgemilch oder Brei für Säuglinge und Kleinkinder. Idealerweise rolliert (FIFO), da MHD von Milchpulver typisch 12-18 Monate beträgt.
Warum wichtig: Babynahrung war 2022 in Deutschland und Österreich wegen Lieferkettenproblemen monatelang knapp — Familien mit Reserve waren komplett unbeeinträchtigt. Für Säuglinge gibt es keinen Notfall-Ersatz: Erwachsenenmilch kann sie ernsthaft krank machen.⚠ Häufiger Fehler: Nur 1-2 Dosen vorrätig haben oder die falsche Stufe (Pre/1/2) für das aktuelle Alter zu lagern. Bei Stillenden ebenfalls Notvorrat einlagern, falls Mutter krank oder verletzt wird.
3-Monats-Reserve an Windeln (passende Größe + nächst-größere), Feuchttüchern, Wundschutzcreme und Müllbeuteln für Wickelabfall. Pro Säugling rechnet man mit 6-8 Windeln pro Tag.
Warum wichtig: Windeln sind sperrig, gehören aber zu den Hygiene-Artikeln, die in jeder Krise zuerst ausverkauft sind. 3 Monate Reserve = ca. 600-700 Windeln pro Säugling — klingt viel, ist aber Pflicht für entspannte Familienvorsorge.⚠ Häufiger Fehler: Nur die aktuelle Windel-Größe einzulagern — Babys wachsen schnell, nach 6-8 Wochen passt die Größe nicht mehr. Immer aktuelle + nächst-größere Größe parallel haben.
Spezielle Vorbereitung für Angehörige mit chronischen Krankheiten oder Pflegegrad: 30-Tage-Medikamenten-Reserve, Blutdruck-/Blutzucker-Messgeräte mit Batterien, Pflegehilfsmittel, kühlpflichtige Medikamente sichern.
Warum wichtig: Im Blackout fallen Pflegedienste oft aus, Apotheken haben kein E-Rezept-System mehr, Insulin und andere Medikamente müssen gekühlt bleiben. Ohne Reserve ist ein Pflegefall innerhalb 3-7 Tagen lebensgefährlich.⚠ Häufiger Fehler: Nur die aktuelle Monatspackung im Haus zu haben — bei Lieferengpässen (siehe 2022 Ibuprofen-Mangel, 2023 Antibiotika-Mangel) sind 30 Tage Reserve das absolute Minimum. 90 Tage ist sicherer.
Vorrat an Tierfutter (14-30 Tage), Wasser, Medikamenten, Transportbox und Decke für Hund, Katze oder Kleintiere. Mikrochip-Daten und Impfpass im Notfallordner.
Warum wichtig: Bei Evakuierungen (Hochwasser, Brand) werden Haustiere oft vergessen oder müssen wegen fehlender Box zurückgelassen — emotionales Trauma für die ganze Familie. Notunterkünfte verlangen aktuellen Impfpass.⚠ Häufiger Fehler: Tierfutter nicht zu rollieren — Trockenfutter wird nach 6-12 Monaten ranzig (Fett-Oxidation), Nassfutter-Dosen halten nur 2-3 Jahre. FIFO-Prinzip wie bei Lebensmitteln anwenden.
Sammlung stromfreier Beschäftigung für Kinder im Blackout: Bücher, Mal-Sets, Karten- und Brettspiele, Puzzles, Bastelmaterial. Idealerweise in einer Box, die nur in der Krise geöffnet wird (Neuheits-Effekt).
Warum wichtig: Kinder ohne Smartphone/TV werden in 2-3 Stunden unruhig — gestresste Kinder erzeugen gestresste Eltern, was die Familienatmosphäre in der Krise vergiftet. Eine separate 'Notfall-Box' wirkt wie ein Geschenk und beschäftigt 3-5 Tage.⚠ Häufiger Fehler: Sich auf 'die normalen Spielsachen' zu verlassen — die Kinder kennen sie und langweilen sich schnell. Pro Kind 3-5 neue Spiele in der Notfall-Box (rolliert alle 1-2 Jahre).
Dokumente, Geld & Verwaltung
(8 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um dokumente, geld & verwaltung.
Wasserdicht laminierter Ordner mit allen wichtigen Dokumenten in Kopie: Pass, Geburtsurkunde, Versicherungspolicen, Bankvollmachten, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Kontaktliste. Steht griffbereit nahe der Wohnungstür.
Warum wichtig: Bei Hausbrand oder Hochwasser hat man typisch 60-180 Sekunden zum Verlassen — Dokumente einzeln zu suchen ist illusorisch. Mit Notfallordner ist alles in 5 Sekunden gegriffen. BBK Deutschland und KAT Österreich empfehlen den Notfallordner ausdrücklich.⚠ Häufiger Fehler: Nur Originale in den Ordner zu legen — wenn der Ordner verloren geht, sind alle Dokumente weg. Immer Kopien (laminiert oder als USB-Backup) und Originale separat lagern (Bankschließfach, Out-of-Area-Verwandte).
Kopien (Papier + digital) aller persönlichen Schlüsseldokumente: Reisepass, Personalausweis, e-Card/Versichertenkarte/Krankenkasse, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Führerschein, Versicherungspolicen, Eigentumsnachweise.
Warum wichtig: Bei Verlust der Originale (Brand, Diebstahl, Hochwasser) ist die Wiederbeschaffung mit Kopie deutlich einfacher und schneller (Tage statt Wochen). Manche Behörden akzeptieren Kopien sogar als temporären Ersatz.⚠ Häufiger Fehler: Kopien nur am gleichen Ort wie die Originale zu lagern — bei Hausbrand sind beide weg. Mindestens 1 Set an einem zweiten Ort (Verwandte, Bankschließfach, Cloud).
Verschlüsselter USB-Stick (mind. 32 GB) mit Scans aller Dokumente, Familienfotos, Passwort-Liste und wichtigen Kontakten. Plus zusätzliches Cloud-Backup (verschlüsselt, z.B. Cryptomator + Dropbox/OneDrive).
Warum wichtig: Papier-Notfallordner deckt nur Dokumente ab — Erinnerungen (Fotos), Passwörter und Kontakte brauchen digitales Backup. Im Blackout ist der USB-Stick offline noch lesbar, im Internet-Fall die Cloud.⚠ Häufiger Fehler: Den USB-Stick unverschlüsselt zu lassen — bei Diebstahl oder Verlust ist die komplette Identität samt Passwörtern offen. Tools: VeraCrypt (frei), BitLocker (Win), FileVault (Mac).
Physisches Bargeld zu Hause, idealerweise 500-2000 EUR in kleinen Scheinen (10er, 20er, einige 5er und Münzen). Aufgeteilt in mehrere Verstecke, nicht alles im Notfallordner.
Warum wichtig: Im Blackout funktionieren Kartenzahlung, Bankomaten und Online-Banking nicht — beim Wien-Blackout-Stresstest 2022 waren die ATMs nach 4 h leer. Bargeld bleibt die einzige funktionierende Zahlungsform für Tage. Kleine Scheine, weil Händler bei 50/100ern nicht wechseln können.⚠ Häufiger Fehler: Alles in 100er-Scheinen zu lagern — die nimmt im Blackout kein Bäcker oder Tankstellen-Besitzer an. Stückelung: 70% in 10er/20er, 20% in 50er, 10% in 5er und Münzen.
Separates Tagesgeld- oder Sparkonto, das monatlich per Dauerauftrag (z.B. 50-200 EUR) gespeist wird und ausschließlich für Krisenvorsorge-Käufe (Vorrat, Ausrüstung, Bargeldreserve) genutzt wird.
Warum wichtig: Krisenvorsorge scheitert in 80% der Fälle nicht am Wissen, sondern am Budget — wer 'wenn ich mal Geld habe' aufschiebt, kauft nie. Mit Standing-Order von 50-100 EUR/Monat wächst die Vorsorge nebenbei und unsichtbar.⚠ Häufiger Fehler: Die Krisenvorsorge aus dem normalen Haushaltsgeld zu finanzieren — sobald andere Ausgaben anfallen, wird die Vorsorge gestrichen. Separates Konto schützt vor Zweckentfremdung.
Liste der wichtigsten Telefonnummern auf Papier: Familie, Out-of-Area-Kontakt, Hausarzt, Apotheke, Schule, Versicherungen, Bank, Notrufnummern (112/144). Ein Exemplar im Notfallordner, eines am Kühlschrank.
Warum wichtig: Die meisten Menschen kennen heute keine einzige Telefonnummer mehr auswendig — sobald das Smartphone defekt oder ohne Akku ist, sind sie kommunikationsunfähig. Eine Papier-Liste wirkt altmodisch, ist aber im Blackout lebensrettend.⚠ Häufiger Fehler: Die Liste nur einmal zu erstellen und nicht zu aktualisieren — nach 2-3 Jahren sind 30-50% der Nummern veraltet. Jährlich prüfen, z.B. zu Silvester.
Rechtliches Dokument, mit dem man eine Vertrauensperson bevollmächtigt, im Fall der eigenen Geschäftsunfähigkeit (Koma, Demenz, Schlaganfall) Entscheidungen zu treffen — über Finanzen, Wohnung, Behörden, Verträge.
Warum wichtig: Ohne Vorsorgevollmacht bestellt das Gericht im Ernstfall einen fremden Sachwalter (AT) / Betreuer (DE) — das dauert Wochen und kann teuer werden. Mit Vollmacht handelt die Vertrauensperson sofort. In Österreich seit 2018 zentral registrierbar (ÖZVV).⚠ Häufiger Fehler: Die Vollmacht im Tresor zu lagern, wo sie im Ernstfall niemand findet. Original im Notfallordner, Kopie bei der bevollmächtigten Person, optional Hinterlegung im Vorsorgeregister.
Schriftliche Willenserklärung, welche medizinischen Maßnahmen man im Fall der Einwilligungsunfähigkeit wünscht oder ablehnt — z.B. künstliche Beatmung, Wiederbelebung, Ernährung. In AT/DE/CH unterschiedlich geregelt.
Warum wichtig: Ohne Patientenverfügung entscheiden Ärzte und Angehörige — oft im Konflikt miteinander und nicht im Sinne des Patienten. Mit gültiger Verfügung sind alle Beteiligten rechtssicher. Wichtig: in Österreich muss sie alle 8 Jahre erneuert werden (verbindliche PV), in Deutschland unbefristet.⚠ Häufiger Fehler: Eine Online-Vorlage einfach zu unterschreiben — gerade in Österreich braucht die verbindliche Patientenverfügung eine ärztliche Aufklärung und notarielle/rechtliche Beglaubigung. Sonst nur 'beachtliche', nicht 'verbindliche' Wirkung.
Sicherheit & Verhalten
(15 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um sicherheit & verhalten.
OPSEC bezeichnet den Schutz sensibler Informationen vor unbefugter Kenntnisnahme — im Kontext der Krisenvorsorge etwa Vorratsstandorte, Mengen und Notfallpläne.
Warum wichtig: Wer öffentlich zeigt, was und wie viel er gelagert hat, macht sich im Ernstfall zur Zielscheibe oder zur ersten Anlaufstelle ungebetener Gäste. Diskretion erhöht die Eigenständigkeit in der Krise.⚠ Häufiger Fehler: Fotos vom vollen Vorratskeller auf Social Media posten oder im Bekanntenkreis konkret über Mengen sprechen. Auch Standortdaten aktivierter Posts verraten oft mehr, als gewollt.
Das Gray-Man-Konzept beschreibt das Verhalten, in einer Krise nicht aufzufallen — durch normale Kleidung, ruhiges Auftreten und Vermeidung sichtbarer Ausrüstung.
Warum wichtig: Auffällige Outdoor-Ausrüstung oder militärisch wirkende Kleidung kann in einer angespannten Lage Aufmerksamkeit ziehen, die man nicht braucht. Unauffälligkeit ist passive Sicherheit.⚠ Häufiger Fehler: Das Bug-Out-Bag im Tarn-Look mit MOLLE-Patches durch die Innenstadt tragen. Ein neutraler Rucksack in Grau oder Schwarz erfüllt denselben Zweck ohne Signalwirkung.
Lagebild halten bedeutet, sich kontinuierlich über die eigene Umgebung, die regionale Situation und übergeordnete Entwicklungen zu informieren — bevor und während einer Krise.
Warum wichtig: Wer früh weiß, was sich abzeichnet, hat mehr Handlungsoptionen. Ein gutes Lagebild ersetzt Hektik durch Vorbereitung und reduziert Entscheidungsdruck im Ernstfall.⚠ Häufiger Fehler: Sich ausschließlich auf eine Quelle verlassen — etwa nur Social Media oder nur eine Tageszeitung. Ein belastbares Lagebild kombiniert offizielle Behörden, lokale Beobachtung und mehrere unabhängige Medien.
Deeskalation bezeichnet Techniken zur Entschärfung von Konflikten und zum Spannungsabbau. Statt mit lauter Stimme oder Belehrungen zu reagieren, sind ruhiger Tonfall, offene Körpersprache und das Anbieten eines Rückzugs wirksamer. Diese Methoden helfen, Gewalt zu vermeiden und Sicherheit zu erhöhen.
Selbstschutz bezeichnet das vorausschauende Verhalten zur Vermeidung gefährlicher Situationen — durch Aufmerksamkeit, Routenplanung und festgelegte Notfallkontakte.
Warum wichtig: Die meisten gefährlichen Situationen lassen sich vermeiden, bevor sie entstehen. Aktiver Selbstschutz beginnt mit der Wahrnehmung des Umfelds und endet mit klaren Notfallroutinen.⚠ Häufiger Fehler: Selbstschutz mit Bewaffnung gleichsetzen. Tatsächlich liegt der größte Effekt in Awareness, Wegewahl und der Verfügbarkeit eines Telefonkontakts, der weiß, wo man gerade ist.
Ein sicherer Raum ist ein innenliegender Raum der Wohnung — idealerweise ohne Außenwand — der mit Vorräten, Funk und Erste-Hilfe ausgestattet ist und im Ernstfall als Rückzugsort dient.
Warum wichtig: Bei Wetterextremen, Schadstoffaustritten oder anderen akuten Lagen ist ein vorbereiteter Innenraum oft die schnellste und sicherste Option — schneller als eine Evakuierung.⚠ Häufiger Fehler: Den Safe Room mit einem Bunker verwechseln. In einer Mietwohnung reicht ein innerer Raum mit Wasser, Taschenlampe, Radio, Powerbank und einer Liste wichtiger Kontakte.
Perimeterschutz umfasst Maßnahmen zur Sicherung der Außenhaut eines Gebäudes gegen Einbruch. Ein häufiger Fehler ist, in teure Alarmanlagen zu investieren, ohne Türen und Fenster mechanisch zu sichern. RC2-Beschläge und Pilzkopfzapfen bieten sofortigen Schutz ohne Strom und sind grundlegend für die Einbruchsicherung.
Plünderung bezeichnet das gewaltsame Entwenden von Eigentum in Krisen. In der Vorsorge sollte man sich nicht auf das unwahrscheinlichste Szenario konzentrieren. Die häufigsten Krisen in DACH sind Stromausfälle, Hochwasser und Pandemien – keine Plünderungen. Realistische Risikobewertung ist entscheidend.
Nachbarschaftshilfe beschreibt die organisierte gegenseitige Unterstützung in der Krise — Tausch von Ressourcen, geteilte Aufgaben und gegenseitiges Aufeinanderachten.
Warum wichtig: Studien zu Katastrophen zeigen konsistent: Gemeinschaften mit gewachsenem Vertrauen kommen besser durch Krisen als isolierte Haushalte. Soziales Kapital ist ein eigener Vorrat.⚠ Häufiger Fehler: Erst im Krisenfall mit Nachbarn sprechen wollen. Vertrauen entsteht über Jahre — ein kurzes Hallo im Treppenhaus heute ist wertvoller als jeder Notfallplan ohne Beziehungen.
Kamera zur Überwachung von Grundstück und Zugängen, mit Bewegungserkennung und Aufzeichnung auf microSD, NVR oder Cloud.
Warum wichtig: Liefert Abschreckung und im Ernstfall verwertbare Beweise. Krisenfest nur als Akku- oder Solar-Variante mit lokaler Speicherung, da Cloud und WLAN im Blackout ausfallen.⚠ Häufiger Fehler: Reine Cloud-Kameras kaufen — bei Strom- oder Internetausfall zeichnen sie nicht mehr auf.
Fenster- und Türbeschlag, dessen pilzförmige Zapfen sich beim Verriegeln im Rahmen verhaken und das Aufhebeln stark erschweren.
Warum wichtig: Mechanik ist die wirksamste Schutzebene — die meisten Einbrecher geben nach wenigen Minuten erfolglosen Hebelns auf. Nachrüstbar.⚠ Häufiger Fehler: Nur in die Haustür investieren. Einstiegspunkt Nummer eins sind Fenster und Terrassentüren.
Türklingel mit Kamera und Gegensprechfunktion; zeigt und ermöglicht das Gespräch mit Besuchern auch bei Abwesenheit.
Warum wichtig: Preiswerteste Sicherheits-Aufrüstung mit hohem Alltagsnutzen; schreckt Auskundschafter ab. Akku-Variante mit lokalem Speicher bleibt im Stromausfall funktionsfähig.⚠ Häufiger Fehler: Modell ohne lokalen Speicher und ohne Akku — fällt bei Strom- oder Netzausfall komplett aus.
Elektronisches Türschloss, das per App, Code oder Funk öffnet.
Warum wichtig: Komfortabel, im Krisenkontext aber nur mit mechanischem Notschlüssel sinnvoll — ein rein elektronisches Schloss kann bei leerer Batterie aussperren.⚠ Häufiger Fehler: Auf den mechanischen Notschlüssel verzichten und so einen Single Point of Failure schaffen.
Sensor, der Bewegung erkennt (meist per Infrarot/PIR) und Licht, Kamera-Aufzeichnung oder Alarm auslöst.
Warum wichtig: Bewegungslicht entzieht Eindringlingen die Deckung und ist eine der günstigsten wirksamen Maßnahmen. Batteriebetriebene Melder funktionieren auch im Blackout.⚠ Häufiger Fehler: Nur netzbetriebene Modelle einsetzen, die bei Stromausfall ausfallen.
Rekorder, der die Aufnahmen mehrerer Überwachungskameras lokal speichert.
Warum wichtig: Lokale Speicherung ist krisenfest und abo-frei — funktioniert auch ohne Internet. Idealerweise mit einer Powerstation als Strom-Backup.⚠ Häufiger Fehler: Sich allein auf Cloud-Speicher verlassen, der bei Netzausfall nutzlos wird.
Information & Lagebild
(7 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um information & lagebild.
Ein Lagebild ist die strukturierte Übersicht über die aktuelle Situation — typischerweise dreistufig: lokal (Wohnumfeld), regional (Bundesland/Kanton) und national.
Warum wichtig: Wer auf allen drei Ebenen informiert ist, kann Maßnahmen besser priorisieren. Eine lokale Wasserrohrleck-Information ist anders zu bewerten als eine nationale Warnmeldung.⚠ Häufiger Fehler: Nur die nationale Schlagzeile verfolgen, ohne den Blick auf die Region und die eigene Straße. Lokale Informationen sind im Akutfall meist relevanter.
Offline-Karten sind digitale Karten, die ohne Internetverbindung genutzt werden können, z.B. mit Apps wie OsmAnd oder Maps.me. Ein häufiger Fehler ist anzunehmen, die App lade automatisch alle benötigten Karten. Tatsächlich müssen die Regionen aktiv heruntergeladen und regelmäßig aktualisiert werden.
Topografische Karten zeigen Höhenlinien, Wege und Geländedetails im Maßstab 1:25.000 oder 1:50.000 — in DACH herausgegeben vom BKG, der ÖK (Austria-Karte) oder Swisstopo.
Warum wichtig: Eine Papierkarte funktioniert ohne Strom, ohne Akku und ohne Software-Update. Sie ist das ultimative Backup für jede digitale Karte.⚠ Häufiger Fehler: Die Papierkarte kaufen und nie ansehen. Wer die eigene Region nicht aus der Karte kennt, kann sie im Stress nicht plötzlich lesen.
Radioempfang bezeichnet den Zugang zu Rundfunksignalen über UKW, DAB+ oder Kurzwelle. Letztere ermöglicht überregionalen und internationalen Empfang auch ohne Internet und Mobilfunk.
Warum wichtig: Wenn Mobilfunk und Internet ausfallen, bleibt Rundfunk eine der wenigen Informationsquellen. In Österreich und der Schweiz sind UKW-Warnsysteme behördlich verankert.⚠ Häufiger Fehler: Nur batteriebetriebene UKW-Radios bevorraten. Ein Kurbel- oder Solarradio mit DAB+ und Kurzwelle deckt mehrere Ausfallszenarien gleichzeitig ab.
Gerüchtekontrolle bezeichnet die systematische Überprüfung von Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt, bevor sie weiterverbreitet werden. Ziel ist es, Falschmeldungen und Panikmache zu verhindern. Eine kurze Prüfung über offizielle Quellen wie BBK, BAFU oder Bundeskanzleramt dauert oft nur eine Minute und verhindert viel Schaden.
Desinformation bezeichnet absichtlich verbreitete Falschinformationen, die täuschen oder manipulieren sollen. Im Gegensatz zu Fehlinformationen (unabsichtlich falsch) steckt hier eine bewusste Täuschungsabsicht dahinter. Typische Beispiele sind manipulierte Nachrichten, aus dem Zusammenhang gerissene Zitate oder erfundene Ereignisse. Besonders in Krisenzeiten verbreiten sich solche Inhalte schnell über soziale Medien und Messenger-Dienste. Eine kritische Prüfung der Quelle und das Vermeiden von emotional aufgeladenen Weiterleitungen sind die wirksamsten Gegenmaßnahmen.
Krisenkommunikation Familie umfasst die abgesprochenen Wege, wie sich Familienmitglieder im Ernstfall erreichen — wer ruft wen wann an, welche Meldewege gelten bei Funkstille.
Warum wichtig: Mobilfunknetze sind in Großlagen die ersten Systeme, die überlasten. Ein schriftlicher Plan mit Festnetznummern, Treffpunkten und einer auswärtigen Kontaktperson rettet Stunden.⚠ Häufiger Fehler: Annehmen, das Smartphone wird schon funktionieren. Eine laminierte Karte mit Nummern im Geldbeutel kostet zwei Minuten Aufwand und ersetzt im Ernstfall Akku und Empfang.
Mobilität & Transport
(9 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um mobilität & transport.
Ein Car-Bag ist ein im Fahrzeug dauerhaft mitgeführtes Notfallset — eine Erweiterung des BBK-Notgepäcks für die Situationen, in denen man unterwegs in eine Lage gerät.
Warum wichtig: Pannen, Wetterstürze oder Straßensperren treffen einen meist im Auto, nicht zu Hause. Ein gut gepackter Car-Bag überbrückt die kritischen ersten Stunden.⚠ Häufiger Fehler: Das Set einmal packen und nie wieder anschauen. Wasser, Riegel und Batterien müssen jährlich getauscht werden, sonst ist im Ernstfall nichts brauchbar.
Treibstoff-Vorrat bezeichnet die private Reservelagerung von Benzin oder Diesel in zugelassenen Kanistern — typischerweise 5- bis 20-Liter-Einheiten mit Rotation.
Warum wichtig: Tankstellen fallen bei längerem Stromausfall schnell aus. Ein kleiner Reservevorrat verschafft Mobilität für die ersten Stunden, in denen Entscheidungen am wichtigsten sind.⚠ Häufiger Fehler: Benzin jahrelang ungenutzt lagern. E10-Benzin altert in 6–12 Monaten, Diesel etwas länger. Rotation in den Tank des Autos ist Pflicht.
Die Lagerung von Kraftstoffkanistern unterliegt in Deutschland, Österreich und der Schweiz strengen rechtlichen Vorschriften, die je nach Bundesland oder Kanton variieren. In Garagen und Kellern gelten oft großzügigere Grenzwerte als in Wohnungen, wo die erlaubte Menge meist auf wenige Liter begrenzt ist. Es ist unerlässlich, die lokale Verordnung zu prüfen, anstatt sich auf Hörensagen zu verlassen, um Bußgelder oder Gefahren zu vermeiden.
Ein Fahrrad kann im Krisenfall ein zuverlässiges Fortbewegungsmittel sein, wenn es mit einem Reparaturset und Ersatzschläuchen ausgestattet ist. Ohne Flickzeug wird eine Reifenpanne das Fahrrad unbrauchbar machen. Daher sollte das Notfallfahrrad stets wartungsbereit sein und die nötigen Werkzeuge mitführen.
Eine Evakuierungsroute ist eine vorab geplante Strecke, die im Ernstfall aus dem Wohnort führt. Empfohlen: drei alternative Routen — Hauptstraße, Landstraße, Feldweg/Fahrradweg.
Warum wichtig: Die Hauptstraße ist bei großflächigen Evakuierungen häufig die erste, die verstopft. Wer Alternativrouten kennt und im Auto eine Papierkarte hat, kommt durch.⚠ Häufiger Fehler: Sich auf das Navi verlassen. Bei Stromausfall oder Mobilfunkausfall sind drei vorab geübte Routen wertvoller als jedes Routing-System.
Winterausrüstung Auto umfasst Schneeketten, Decke, Klappspaten, Eiskratzer und kalorienreiche Snacks — alles für den Fall, dass man im Schnee liegen bleibt oder eingeschneit wird.
Warum wichtig: In den Alpen und in Mittelgebirgen kann ein zweistündiger Stau bei Minustemperaturen kritisch werden. Eine Decke und warme Snacks im Kofferraum kosten nichts und retten Komfort oder Leben.⚠ Häufiger Fehler: Im Frühjahr alles ausräumen und im Oktober vergessen, es wieder einzupacken. Eine feste Saisonroutine im Kalender (Oktober/April) verhindert Lücken.
Die Pannendreieck-Triade fasst die in DACH gesetzlich vorgeschriebene Pkw-Pflichtausstattung zusammen: Warndreieck, Warnweste(n) und Verbandkasten.
Warum wichtig: Diese drei Komponenten sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei jeder Fahrt vorgeschrieben. Fehlen sie, drohen Bußgelder — und im Notfall fehlt Sichtbarkeit und Erstversorgung.⚠ Häufiger Fehler: Den Verbandkasten nicht prüfen, bis die Polizei fragt. Inhalte verfallen — die Sterilität des Materials ist nach Ablauf nicht mehr gewährleistet.
Abschleppseil und Starthilfekabel sind die klassischen Selbsthilfe-Werkzeuge bei Pannen — das Seil zum Bewegen eines Fahrzeugs, die Kabel zum Überbrücken einer leeren Batterie.
Warum wichtig: In abgelegenen Gegenden oder bei überlasteten Pannendiensten ermöglichen sie die Selbsthilfe oder Hilfe durch andere Verkehrsteilnehmer.⚠ Häufiger Fehler: Beides ungeprüft jahrelang im Kofferraum lagern. Eine jährliche Sichtkontrolle auf Risse im Seil und Korrosion an den Klemmen verhindert böse Überraschungen.
Die Halbtank-Regel besagt, dass der Kraftstofftank nie unter die Hälfte fallen sollte, um im Krisenfall nicht auf leere Tankstellen angewiesen zu sein. Wer erst tankt, wenn die Reserveleuchte aufleuchtet, riskiert, in einer Notsituation mit vielen anderen Fahrzeugen an der Tankstelle zu stehen. Ein konstanter Vorrat von mindestens einem halben Tank erhöht die Mobilität und Sicherheit.
Recht & DACH-spezifisch
(8 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um recht & dach-spezifisch.
DE: WaffG mit Waffenschein/-besitzkarte für Schusswaffen, freier Erwerb ab 18 für Luftdruck unter 7,5 J. AT: WaffG 1996, Kategorien A-D, Waffenpass/Waffenbesitzkarte. CH: WG, Erwerbsschein nötig, deutlich liberaler als DE/AT.
Warum wichtig: Wer Waffen für Selbstschutz oder Jagd in der Krisenvorsorge erwägt, muss die nationalen Regelungen genau kennen — Verstöße sind Straftaten mit Haftstrafen.⚠ Häufiger Fehler: Annahme dass CH-Recht in AT/DE gilt oder umgekehrt. Reisen mit Waffen über Grenzen erfordert eigene Genehmigungen. Wichtig: das ist keine Rechtsberatung — nationale Anwälte konsultieren.
DE: Führen feststehender Messer ab 12cm Klingenlänge verboten, Einhandmesser und Faltmesser mit Feststellvorrichtung verboten zu führen (Besitz erlaubt). AT: §17 WaffG regelt verbotene Waffen, Messer grundsätzlich legal. CH: Kein generelles Bundes-Verbot, kantonale Regeln.
Warum wichtig: Bushcraft-, Outdoor- und EDC-Messer unterliegen je nach Land sehr unterschiedlichen Regeln. Was in AT/CH legal getragen wird, kann in DE eine Straftat sein.⚠ Häufiger Fehler: Einhandmesser am Gürtel in DE — auch wenn der Besitz erlaubt ist, ist das Führen in der Öffentlichkeit verboten. Wichtig: das ist keine Rechtsberatung — nationale Anwälte konsultieren.
DE: Bundesnetzagentur (BNetzA) regelt Frequenzen, Amateurfunk-Prüfung nötig für Kurzwelle. AT: RTR/Fernmeldebüro, Bewilligungspflicht. CH: BAKOM. PMR446 und CB-Funk sind in allen drei Ländern anmelde- und lizenzfrei nutzbar.
Warum wichtig: Senden auf Amateurfunk-Frequenzen ohne Lizenz ist Straftat. Im Notfall darf jeder auf Notruffrequenzen senden, im Alltag aber nur mit gültiger Prüfung.⚠ Häufiger Fehler: Annahme dass im Notfall alles erlaubt ist — Notfall-Ausnahme gilt nur bei echter Gefahr für Leib und Leben. Wichtig: das ist keine Rechtsberatung — nationale Anwälte konsultieren.
DE: TRGS 510, in Wohngebäuden max. 20 L Benzin + 200 L Diesel, nur in zugelassenen Behältern (UN-Norm). AT: ähnliche Mengen, regelt VbF (Verordnung brennbare Flüssigkeiten). CH: kantonal verschieden, oft strenger.
Warum wichtig: Unzulässige Lagerung gefährdet Versicherungsschutz und ist Ordnungswidrigkeit. Bei Brand droht Regress.⚠ Häufiger Fehler: Benzin in Kellerräumen ohne Lüftung oder in Plastik-Kanistern ohne UN-Zulassung. Wichtig: das ist keine Rechtsberatung — nationale Anwälte konsultieren.
DE: TrinkwV regelt öffentliche Versorgung. AT: Trinkwasserverordnung. CH: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BLV). Private Eigenversorgung (Brunnen) unterliegt eigenen Regeln und braucht oft Genehmigung.
Warum wichtig: Wer einen Brunnen anlegt oder Regenwasser im Haus nutzt, muss Vorgaben zu Hygiene und Trennung von Trinkwasser einhalten.⚠ Häufiger Fehler: Regenwasser direkt ans Trinkwasser-Netz anschließen — strikt verboten in allen drei Ländern wegen Verkeimungs-Risiko. Wichtig: das ist keine Rechtsberatung — nationale Anwälte konsultieren.
DE/AT/CH: Es gibt KEINE gesetzliche Obergrenze für private Lebensmittelbevorratung. Empfehlung BBK (DE) und ZS-Stab (AT) ist 10-14 Tage. Nur kommerzieller Weiterverkauf wäre steuerlich relevant.
Warum wichtig: Hartnäckiger Mythos: Hamstern sei verboten. Falsch — private Vorratshaltung ist explizit empfohlen.⚠ Häufiger Fehler: Zurückhaltung beim Aufbau eines Notvorrats aus Angst vor angeblichen Verboten. Wichtig: das ist keine Rechtsberatung — nationale Anwälte konsultieren.
DE: §32 StGB — Notwehr ist erforderliche Verteidigung gegen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff. AT: §3 StGB ähnlich. CH: Art. 15 StGB. In allen Ländern gilt: Verhältnismäßigkeit, keine Übermaß-Reaktion.
Warum wichtig: Im Krisenfall (Plünderung, Übergriff) muss man wissen, was man darf — und vor allem: wann es aufhört Notwehr zu sein.⚠ Häufiger Fehler: Angreifer nach Beendigung des Angriffs weiter verfolgen oder schlagen — das ist keine Notwehr mehr, sondern Körperverletzung/Tötung. Wichtig: das ist keine Rechtsberatung — nationale Anwälte konsultieren.
DE: §323c StGB (unterlassene Hilfeleistung) verpflichtet zur Hilfe; Helfer haftet nicht für Folgen einer gutgemeinten Hilfe (außer Vorsatz/grobe Fahrlässigkeit). AT/CH: ähnliche Regelungen. Private Haftpflichtversicherung deckt meist ab.
Warum wichtig: Viele zögern bei Erster Hilfe aus Angst vor Klage — diese Sorge ist in DACH unbegründet, solange man nach bestem Wissen handelt.⚠ Häufiger Fehler: Hilfe verweigern aus Haftungs-Sorge — das ist sogar selbst strafbar (unterlassene Hilfeleistung). Wichtig: das ist keine Rechtsberatung — nationale Anwälte konsultieren.
Psychologie & Resilienz
(10 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um psychologie & resilienz.
Akute Stress-Antwort mit Adrenalin-Schub, Tachykardie, Tunnelblick und eingeschränktem Denken. Tritt typisch in den ersten 30-90 Sekunden auf und blockiert rationale Entscheidungen.
Warum wichtig: Die meisten Notfall-Fehler passieren in dieser Phase. Wer trainiert ist, durchschiffte sie schneller und kann früher handeln.⚠ Häufiger Fehler: Annehmen, man bleibe automatisch ruhig. Ohne Übung und Routinen reagiert selbst der nüchterne Mensch panisch.
Akut: Sympathikus-Aktivierung (Adrenalin, Noradrenalin), 15-30 Min. Chronisch: Cortisol-Dauerhöhe über Tage/Wochen — schwächt Immunsystem, Schlaf und Entscheidungsqualität.
Warum wichtig: In länger andauernden Krisen (Blackout über Tage, Pandemie) ist chronischer Stress die größere Gefahr als die akute Lage selbst.⚠ Häufiger Fehler: Schlafentzug und Dauer-Alarmbereitschaft als Stärke missverstehen. Recovery (Schlaf, Pausen) ist ein Werkzeug.
Nach vielen Entscheidungen sinkt die Qualität jeder weiteren — Gehirn schaltet auf Default-Antworten. Im Notfall fatal, wenn jede Mikro-Entscheidung neu getroffen werden muss.
Warum wichtig: Wer vorher entscheidet (Treffpunkte, Notfall-Set-Inhalt, Reihenfolge) entlastet sich im Ernstfall massiv.⚠ Häufiger Fehler: Erst im Notfall überlegen, was im Bug-Out-Bag muss oder wohin man fährt. Diese Entscheidungen gehören VORHER getroffen.
Fest definierter Tagesablauf während einer Krise — feste Aufsteh-/Schlafzeit, Mahlzeiten, Aufgaben. Gibt besonders Kindern Halt und reduziert chronischen Stress.
Warum wichtig: Chaos außen erträgt der Mensch besser, wenn innen Ordnung herrscht. Eine Routine ist Anker und Energie-Sparer zugleich.⚠ Häufiger Fehler: Den Tag nach Gefühl treiben lassen — führt zu Erschöpfung, Streit in der Familie und schlechten Entscheidungen.
Quartalsweise simulierte Notfallsituation: Wo treffen wir uns? Was nehmen wir mit? Wer macht was? Mindestens 1× pro Quartal mit allen Familienmitgliedern.
Warum wichtig: Was nicht geübt wurde, funktioniert nicht. Routine schlägt im Stress jede Theorie.⚠ Häufiger Fehler: Übungen als unnötig abtun, weil 'wir wissen ja was zu tun ist'. Stress halbiert den IQ — Routine ist die einzige Versicherung.
Motivations-Verlust nach Monaten oder Jahren ohne realen Vorfall. Vorräte werden nicht gepflegt, Übungen ausgelassen, Skepsis gegenüber Sinn der Vorsorge wächst.
Warum wichtig: Die größte Gefahr ist nicht das fehlende Wissen, sondern die schleichende Erosion einer einmal aufgebauten Vorsorge.⚠ Häufiger Fehler: Glauben, der Vorrat 'läuft schon'. Ohne Rotations-System verfallen Lebensmittel, Batterien entladen sich, Wissen verblasst.
Mensch überschätzt seltene, dramatische Ereignisse (Atomkrieg) und unterschätzt häufige, alltägliche (Stromausfall, Sturm, Krankheit). Recency Bias: das zuletzt Erlebte wird überbewertet.
Warum wichtig: Vorsorge muss sich an realer Eintritts-Wahrscheinlichkeit orientieren, nicht an gefühlter Bedrohung. Sturm und 3-Tage-Blackout sind realistischer als EMP.⚠ Häufiger Fehler: Sich gegen Hollywood-Szenarien wappnen, aber keinen vernünftigen Hausapotheken-Vorrat oder Stromausfall-Plan haben.
Fähigkeit, nach Belastung zurück in Funktionsmodus zu kommen. Aufgebaut durch Routinen, Anker (Personen, Orte, Gewohnheiten), realistische Selbstwirksamkeit und vorheriges Üben.
Warum wichtig: Resilienz entscheidet, ob jemand nach Tag 3 einer Krise noch handlungsfähig ist oder zusammenbricht. Wichtiger als jedes Gear.⚠ Häufiger Fehler: Resilienz mit Härte verwechseln. Resilient sind die, die Hilfe suchen und Pausen machen — nicht die, die durchhalten bis zum Crash.
Soforthilfe für Menschen im akuten Schock: Sicherheit signalisieren, Nähe (Hand halten), zuhören, einfach erklären was passiert. KEINE Pflicht zur Therapie — nur menschliches Da-Sein.
Warum wichtig: Bei Unfall, Sturm-Schock oder akuter Krise ist die psychische Erste Hilfe oft wichtiger als die körperliche. Sie verhindert lang-anhaltende Traumata.⚠ Häufiger Fehler: Den Schockierten alleine lassen oder mit Erklärungen überfordern. Wenig sagen, viel da sein.
Unter akutem Stress verengt sich Wahrnehmung — periphere Sicht und Geräusche werden ausgeblendet. Folge: Wichtige Hinweise (Feuer im Nebenraum, anderes Familienmitglied) werden übersehen.
Warum wichtig: Eine schriftliche Checkliste am Sicherungskasten oder neben der Tür durchbricht den Tunnelblick, weil sie zu Schritt-für-Schritt-Aktion zwingt.⚠ Häufiger Fehler: Sich auf das Gedächtnis verlassen. Im Stress vergisst auch der Profi Schritt 3 von 7.
Kochen & Lebensmittelzubereitung
(11 Begriffe)Die wichtigsten Begriffe rund um kochen & lebensmittelzubereitung.
Schwedischer Aluminium-Sturmkocher mit Spiritus-Brenner. Geräuschlos, wind-stabil, lange Brenndauer (ca. 25 Min mit 100 ml). Ideal für 1-2 Personen, draußen oder gut belüftet.
Warum wichtig: Spiritus (Bioethanol) ist lager-stabil (kein Verfall), günstig und überall erhältlich. Trangia ist seit 70 Jahren der Goldstandard.⚠ Häufiger Fehler: In geschlossenem Raum ohne Lüftung verwenden — Spiritus verbrennt zu CO2 und Wasserdampf, verbraucht aber Sauerstoff.
Mini-Klappkocher mit Esbit-Trockenbrennstoff-Tabletten. Klein, leicht (85g), aber geringe Hitze (~12 Min pro Tablette). Notfall-Mini für Bug-Out-Bag und Notvorrat.
Warum wichtig: Esbit-Tabletten sind unbegrenzt lagerbar, brennen auch nass und sind in jeder Vorratskiste sinnvoll als Backup.⚠ Häufiger Fehler: Esbitkocher als Hauptkocher einplanen — für eine Familie zu schwach. Nur als Notreserve denken.
Hocheffizienter Kocher mit L-förmiger Brennkammer und Kamin-Effekt — verbrennt kleine Zweige extrem heiß und sauber. Spart 70-80% Brennstoff gegenüber offenem Feuer. NUR DRAUSSEN!
Warum wichtig: Wenn Gas/Spiritus aus und nur Wald-Zweige da sind, ist der Rocket Stove die effizienteste Lösung. Kein Strom, keine Gaskartusche nötig.⚠ Häufiger Fehler: In Garage oder unter Carport benutzen — produziert CO und CO2. Strikt im Freien!
Schwerer Gusseisen-Topf mit Deckel, der oben Glut aufnimmt. Damit lässt sich auf offenem Feuer braten, schmoren, backen — wie ein Ofen ohne Strom. Lebensdauer: Generationen.
Warum wichtig: Einziges Gerät, mit dem ohne Strom Brot gebacken werden kann. Klassiker der Krisenküche und Outdoor-Kultur.⚠ Häufiger Fehler: Mit Seife waschen oder nicht einbrennen — zerstört die Patina. Nur mit Wasser und Bürste reinigen, dann einölen.
Isolierte Box oder Kanne, in die eine kochend-heiße Speise wandert und 4-8h weiter-gart — ohne weiteren Brennstoff. Sparsam: Reis aufkochen 2 Min, dann 1h in Kiste = gar.
Warum wichtig: Spart 70-80% Brennstoff. In langer Krise mit knappem Spiritus oder Gas entscheidet das über die Reichweite des Vorrats.⚠ Häufiger Fehler: Speise nicht heiß genug einfüllen — unter 80°C beginnt Bakterien-Wachstum. Immer von ganz heiß starten.
1 Minute Sprudeln (in Höhenlagen über 2000m: 3 Min) tötet zuverlässig Bakterien, Viren und Parasiten ab. Einfachste und sicherste Entkeimungs-Methode ohne Chemie.
Warum wichtig: Bei Trinkwasser-Verunreinigung (Hochwasser, Leitungsbruch) ist Abkochen die WHO-empfohlene Notfall-Methode.⚠ Häufiger Fehler: Glauben, Schwermetalle oder Chemie würden durch Kochen entfernt — nein, nur biologische Keime. Bei Chemie-Verdacht Filter nötig.
Lebensmittel die monate- bis jahrelang ohne Kühlschrank halten: Trockenes (Reis, Nudeln, Mehl, Hülsenfrüchte), Konserven, Fermentiertes (Sauerkraut), Honig, Salz, Zucker.
Warum wichtig: Bei Stromausfall versagt der Kühlschrank zuerst. Wer Vorrat auf trocken/konserviert ausrichtet, ist Tag 1 wie Tag 30 versorgt.⚠ Häufiger Fehler: Vorrat auf Tiefkühl-Produkte aufbauen — bei Blackout in 24-48h alles verloren.
Bei Stromausfall hält der geschlossene Kühlschrank ca. 4-6h, Gefrierschrank 24-48h (voll besser). Was noch kalt ist, sofort verbrauchen; was warm wurde: Fleisch/Fisch/Milch sofort weg, Käse/Eier kritisch prüfen.
Warum wichtig: Lebensmittelvergiftung ist eine der häufigsten vermeidbaren Schäden nach Blackouts.⚠ Häufiger Fehler: Tiefkühltruhe ständig öffnen zur Kontrolle — jede Öffnung verkürzt die Pufferzeit massiv. Lieber Thermometer von außen ablesen.
Sprossen und Keimlinge sind nährstoffreiche Lebensmittel, die auf wenig Raum schnell wachsen. Für eine erfolgreiche Anzucht müssen sie zwei- bis dreimal täglich gespült werden und an einem kühlen, luftigen Ort stehen. Zu warme oder zu nasse Bedingungen führen schnell zu Schimmelbildung, daher ist Hygiene entscheidend.
Honig, Salz, Zucker, weißer Reis (luftdicht), Essig, Hartalkohol — praktisch unbegrenzt haltbar. MHD ist Mindesthaltbarkeit, kein Verfallsdatum. Trocken-Lebensmittel halten oft 5-10x länger als aufgedruckt.
Warum wichtig: Viele werfen wertvolle Vorräte weg, die noch jahrelang nutzbar wären. Augen-, Nasen-, Mund-Test schlägt MHD-Datum.⚠ Häufiger Fehler: MHD-Tag = Verfalls-Datum. Falsch — Konserven sind oft 5+ Jahre über MHD genießbar, wenn Dose intakt und nicht gewölbt.
Dieser Eintrag dient als Platzhalter für noch nicht erfasste Begriffe aus dem Bereich Kochen und Lebensmittelzubereitung in der Krisenvorsorge. Nutzer können fehlende Begriffe vorschlagen, um das Glossar zu vervollständigen. Die Redaktion prüft und ergänzt relevante Einträge zeitnah.