Mäuse im Keller: Wo sie reinkommen, wie du sie ohne Gift loswirst – und warum ein Bleistift reicht
Einer Maus reicht ein Loch so dick wie ein Bleistift. Wie du die Einstiege findest, sie richtig dicht machst und die Tiere ohne Gift loswirst – mit Rechnung und Produktliste.
ℹ️ Transparenz-Hinweis: Einige Links auf dieser Seite sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision – für dich ändert sich der Preis nicht. Unsere Empfehlungen basieren auf dem realen Bedarf, nicht auf der Provisionshöhe.
Stand: 20. Oktober 2026
Wenn die Nächte kalt werden, suchen Mäuse einen warmen Platz mit Futter. Ein Keller mit Vorräten ist für sie ideal. Die gute Nachricht: Du brauchst weder Gift noch einen teuren Einsatz, um das Problem dauerhaft zu lösen. Du brauchst einen Bleistift, eine Taschenlampe und einen Nachmittag.
Die Regel, um die sich alles dreht: Wo ein Bleistift durchpasst, passt eine Maus. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt schreibt es wörtlich: Einer Maus reicht eine bleistiftdicke Öffnung, um ins Gebäude einzudringen.
Zu diesem Artikel gibt es ein Video von Sepp aus „Opas Werkstatt“ auf unserem Kanal @HanneSepp. Hanne und Sepp sind KI-Figuren der Prepperzentrale.
Zumachen und fangen gehören zusammen
Wer nur Fallen aufstellt und die Löcher offen lässt, lässt der nächsten Maus die Tür offen. Wer nur zumacht, sperrt womöglich Tiere im Haus ein. Deshalb:
- Einstiege finden (Bleistift-Test)
- Dicht machen und gleichzeitig fangen – Gitter, Edelstahlwolle, Mörtel oder Acryl; parallel Fallen für die Tiere, die schon drin sind
- Futter wegräumen, damit keine neue Maus angelockt wird
- Einmal im Monat kontrollieren
Schritt 1: Wo Mäuse ins Haus kommen
Geh mit Bleistift und Taschenlampe einmal langsam ums Haus, ganz unten, auf Kniehöhe. Wer nach großen Löchern sucht, findet nichts – die Wege der Mäuse sind klein und unauffällig. Die typischen Stellen:
- Rohr- und Kabeldurchführungen – rund um das Rohr bleibt oft ein Spalt.
- Kellerfenster und Lichtschächte – alte Gitter haben meist zu große Maschen.
- Lüftungsschlitze im Mauerwerk – für Luft gedacht, für Mäuse offen.
- Türen – unter Kellertür, Garagentor und Nebeneingang ist oft ein Spalt.
- Garage – steht das Tor einen Spalt offen, führt von dort oft eine Tür ins Haus.
- Oben – Mäuse klettern an rauen Wänden und Kabeln bis unters Dach.
Der Test: Passt der Bleistift durch, ist das eine Stelle, die du zumachen musst. Aber auch kleinere, unregelmäßige Ritzen können reichen – der Bleistift ist ein Suchwerkzeug, kein Beweis für Dichtheit. Schreib dir jede Stelle auf, mit Kreide an die Wand oder auf einen Zettel.

Schritt 2: Richtig dicht machen
Kellerfenster und Lüftungsschlitze: Drahtgitter mit höchstens 5 × 5 mm Maschenweite. Das empfiehlt das Schweizer Bundesamt für Umwelt für Kellerfenster. Ein Gitter mit einem Zentimeter Maschen sieht dicht aus – für eine Maus ist es eine offene Tür.
Spalten an Rohren und Kabeln: Edelstahlwolle fest hineinstopfen (normale Stahlwolle rostet), darüber Mörtel oder Acryl.
Aber Achtung: - Lüftungen müssen weiter Luft bekommen – dort kommt Gitter drauf, nie Mörtel. - Geht eine Leitung durch eine Brandschutzwand (etwa zwischen Garage und Haus oder im Mehrfamilienhaus), braucht es eine dafür zugelassene Abschottung. Das macht ein Fachbetrieb. - Bevor du die letzte Lücke schließt: hör und schau, ob dahinter noch Mäuse sind (frischer Kot, Kratzen). Sonst sperrst du sie in der Wand ein. Stell die Fallen deshalb gleich mit auf, während du zumachst.
Die häufigste Falle: nur Bauschaum in die Lücke. Den nagt eine Maus einfach durch.
Türen: eine Bürstendichtung oder Bodenleiste. Der Spalt muss weg, nicht nur kleiner werden. Arbeite mit Handschuhen – Stahlwolle sticht, und wo Mäuse waren, liegt oft Kot.

Was kostet das? Sepp rechnet nach
| Kosten (Amazon, Stand 19.10.2026) | |
|---|---|
| Edelstahl-Drahtgitter 5 × 5 mm, 1 m breit | ca. 20 € |
| Edelstahlwolle, 3 Rollen | ca. 9 € |
| Tube Acryl oder Mörtel | wenige Euro |
| Material gesamt | um die 30 € |
| Schädlingsbekämpfer (laut Ratgebern meist) | 100 bis 220 € |
Kläre beim Profi vorher im Angebot, ob er auch die Löcher verschließt – sonst zahlst du im nächsten Herbst wieder. Die Materialpreise sind die unten verlinkten Produkte; die Spanne für Schädlingsbekämpfer stammt aus einem Kostenratgeber und hängt stark vom Befall ab.
Schritt 3: Woran du einen Befall erkennst
Laut Schweizer Bundesamt für Umwelt sind die Anzeichen:
- Kot: samenförmig, bis etwa 8 mm lang. Eine Maus hinterlässt täglich 60 bis 100 Kothäufchen. Weicher, glänzender Kot ist frisch.
- Nagespuren: zwei feine, parallele Rillen nebeneinander.
- Geruch: ammoniakähnlich, entlang der Laufwege.
- Geräusche: abendliches Kratzen auf dem Dachboden oder in Zwischenwänden.
- Mehl-Test: abends etwas Mehl auf den Boden streuen – am Morgen siehst du die Spuren.
Schritt 4: Fangen – ohne Gift
Das Umweltbundesamt ist eindeutig: (Schlag-)Fallen sind dem Einsatz von Gift grundsätzlich vorzuziehen, besonders in Privathaushalten. Der Schweizer Tierschutz STS hält die Schlagfalle für die empfehlenswerteste Methode. Eine gute Falle in der passenden Größe tötet schnell – garantiert ist das nicht, deshalb ist die Kontrolle so wichtig.
So machst du es richtig:
- Mehrere Fallen, alle paar Schritte eine, entlang der Wände – Mäuse laufen an Wänden entlang. Am besten dort, wo du Kot oder Spuren gefunden hast.
- Köder: Erdnussbutter oder ein Stück Schokolade. Ein kleiner Klecks reicht.
- Handschuhe beim Aufstellen – dann riechen die Fallen weniger nach Mensch.
- Kinder und Haustiere dürfen nicht an die Fallen kommen.
- Kontrolle: Fallen mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden kontrollieren (Umweltbundesamt). Nach jedem Fang neu spannen und neuen Köder auflegen.
Lebendfalle? Geht – aber dann mehrmals täglich nachsehen, sonst quält sich das Tier. Und du musst vorher wissen, wohin mit dem Tier; informiere dich bei deiner Gemeinde oder einem Tierschutzverein. Lebendfallen sind nicht automatisch die schonendere Lösung.
Wann ist der Keller wieder frei? Wenn eine Woche lang nichts mehr in die Fallen geht und kein frischer Kot liegt.
Und Gift?
Wir raten davon ab, und die Behörden auch:
- Die meisten Mäusegifte sind Blutgerinnungshemmer (Antikoagulanzien). Tiere, die vergiftete Mäuse fressen – laut Umweltbundesamt etwa Mäusebussarde, Eulen, Füchse und Wiesel –, vergiften sich mit.
- In Deutschland ist der Einsatz ohne festgestellten Befall seit 2014 grundsätzlich untersagt, offenes Auslegen ohne Köderstation ebenfalls. Mittel der zweiten Generation dürfen nur geschulte berufsmäßige Verwender einsetzen.
- In der Schweiz enden die Zulassungen für Privatpersonen schrittweise (Bundesamt für Gesundheit).
Wer trotzdem Gift einsetzt: nur bei echtem Befall, nur in einer geschlossenen Köderbox, nach Gebrauchsanweisung, und weg von Kindern und Haustieren. Bei vielen Mäusen oder bei Ratten gehört das in die Hände eines Schädlingsbekämpfers.
Hygiene: Kot und tote Mäuse richtig entfernen
Mäusekot kann Krankheitserreger enthalten, in Deutschland vor allem Hantaviren, die hauptsächlich die Rötelmaus überträgt. Das Robert Koch-Institut rät deshalb:
- Handschuhe und eine Atemschutzmaske (FFP2 oder FFP3) tragen.
- Vorher lüften.
- Kot, Nester und tote Tiere mit Reinigungs- oder Desinfektionsmittel gut anfeuchten, kurz einwirken lassen und dann mit Einwegtüchern aufnehmen – nicht trocken kehren, nicht saugen, sonst wirbelt Staub auf.
- Bei starkem Befall Fachleute holen.
- Tote Tiere in einer verschlossenen Plastiktüte in den Hausmüll, Flächen reinigen, danach gründlich Hände waschen.
Schritt 5: Damit sie nicht wiederkommen
- Vorräte im Keller nur in Gläsern oder Dosen mit Deckel. Ein offener Sack Haferflocken ist eine Einladung. Wie man Vorräte richtig lagert, zeigt Hanne in „Omas Vorratskammer“.
- Abfall dicht verschlossen sammeln, Säcke erst am Abholtag rausstellen.
- Kompost ein Stück weg vom Haus, mit engmaschigem Gitter. Fallobst aufsammeln.
- Tierfutter für Katze und Hund drinnen lassen, nicht über Nacht auf der Terrasse.
- Einmal im Monat der Kontrollgang mit Bleistift und Taschenlampe – dieselben Stellen wie beim ersten Mal.

Was wir verwenden würden
Preise schwanken; Stand 19. Oktober 2026. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
Häufige Fragen
Wie klein darf ein Loch sein, damit keine Maus durchkommt? Eine bleistiftdicke Öffnung reicht einer Maus; auch kleinere, unregelmäßige Ritzen können reichen. Für Gitter gilt eine Maschenweite von höchstens 5 × 5 mm.
Hilft Bauschaum gegen Mäuse? Allein nicht – Mäuse nagen ihn durch. Besser Edelstahlwolle hineinstopfen und mit Mörtel oder Acryl verschließen.
Welcher Köder ist am besten? Erdnussbutter oder Schokolade, jeweils ein kleiner Klecks.
Wie oft muss ich die Fallen kontrollieren? Schlagfallen mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden (Umweltbundesamt); Lebendfallen mehrmals täglich.
Wann brauche ich einen Schädlingsbekämpfer? Bei vielen Tieren, bei Ratten oder wenn trotz dichter Einstiege immer wieder Mäuse auftauchen.
Quellen
- Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU): Ratten und Mäuse
- Umweltbundesamt: Rodentizide
- Bundesamt für Gesundheit (Schweiz): Ratten- und Mäusegift
- Robert Koch-Institut, Hinweise zur Vermeidung von Hantavirus-Infektionen, berichtet von der Ärzte Zeitung; Apotheken Umschau
- Kosten Schädlingsbekämpfer (Ratgeber, nicht amtlich): uamr.de
Recherche orientiert an offiziellen Empfehlungen: BBK (DE) · SKKM (AT) · BABS (CH). Produkte werden selbst getestet oder transparent als ungetestet gekennzeichnet.
Energie-Engineer & Photovoltaik-Praktiker. Krisenvorsorge technisch durchgerechnet und selbst getestet — pragmatisch und ehrlich.
Über den AutorKostenlos: die Blackout-Checkliste
2-Seiten-PDF mit den 7 Sofort-Prioritäten und Mengen pro Person für 14 Tage. Dazu donnerstags das Lagebild aus den amtlichen Warndiensten – kurz, ohne Panikmache.