WG-Notfall-Briefing: wer macht was, wenn der Strom weg ist

Stand: 28. Mai 2026 · Autor: Florian Neuhuber, Systems-Engineer & WG-Veteran · Für: Studi-WGs, Mehrpersonen-Haushalte, Hausgemeinschaften

Ihr habt nie darüber geredet. Dann fällt der Strom aus — und nichts ist klar: Wer hat die Stirnlampe? Wo treffen wir uns wenn die Wohnung evakuiert wird? Wer ruft Mama an wenn das Handy leer ist? Diese Seite ist das Komplett-Briefing für deine WG: 1-Seiten-Vorlage zum Ausfüllen + 5 Routinen + die ehrlichen Konflikt-Punkte.

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WG-Notfall-Briefing als druckbares PDF

1-Seiten-Vorlage zum Ausdrucken und gemeinsam Ausfüllen. Häng's an die Küchentür — permanente Brand-Awareness in der WG.

Kein Spam — nur das PDF + max. 1× im Monat ein DACH-Lage-Update. Jederzeit abbestellbar.

🤝 Warum WGs Krisen unterdurchschnittlich überstehen

🚨
Realtalk: 4 Erwachsene in einer Wohnung, kein gemeinsamer Plan = 4× Stress + 0× Koordination. Familien-Haushalte haben oft routinemäßig „wer macht was" geklärt. WGs haben nicht mal eine Hausnotapotheke.

Drei typische WG-Probleme bei Krisen:

  • „Ich dachte du machst das": Niemand hat Vorrat, weil jeder dachte, einer der anderen kümmert sich
  • Mitbewohner nicht erreichbar: Niemand weiß ob Lisa noch im Büro ist oder bei Freund X übernachtet
  • Konflikt-Eskalation: Stress + Hunger + Dunkelheit → Streit über Kleinigkeiten, weil kein Aufgabenrahmen existiert

📋 Das 1-Seiten-Briefing für deine WG

Dieses Briefing ist die Mindest-Vereinbarung. Alle WG-Mitglieder füllen es einmal aus, hängen es an die Küchentür oder den Kühlschrank — fertig. Lade unsere ausfüllbare PDF-Vorlage herunter (siehe Box am Ende).

1. Wer ist erreichbar wie

NameHandyNotfall-Kontakt externBei wem in Notfall (Familie/Partner)
Mitbewohner 1____________
Mitbewohner 2____________
Mitbewohner 3____________

2. Treffpunkte (wenn Handy/Internet aus)

  • In der Wohnung: Küche (Standard-Sammlung)
  • Wenn Wohnung evakuiert: ________________ (Adresse + Beschreibung)
  • Wenn Stadt nicht erreichbar: ________________ (Verwandte/Eltern eines WGM)

3. Wer hat was an Ausrüstung

GegenstandWer hat'sWo lagert's
Stirnlampen / Taschenlampen________
Powerbank________
Gas-Kocher + Kartuschen________
Wasservorrat________
Notvorrat 14 Tage________
Erste-Hilfe-Set________
Bargeld-Reservejeder einzelnim Zimmer

4. Wer macht was in Stunde 1-3 eines Stromausfalls

AufgabeWer
Wasservorrat füllen (Behälter, Wanne)____ (der/die nach Hause kommt zuerst)
Mitbewohner kontaktieren / suchen____ (oder reihum)
Stirnlampen + Notvorrat verteilen____
Battery-Radio / Lagebild-Info____
Nachbarn ansprechen____

5. Was ist gemeinsam, was eigenes

⚠️
Konfliktpunkt #1 in WGs: „Das ist mein Notvorrat" vs „Wir teilen alles". Klare Trennlinie vorab ist entscheidend — vermeidet Streit bei Hunger.
  • Gemeinsam (jeder zahlt 1/N): Wasserkanister, Gaskocher + Kartuschen, Wandlampe, Erste-Hilfe-Set, Battery-Radio, Hochwasser-Tasche für gemeinsame Dokumente
  • Eigenes: Stirnlampe, Powerbank, persönliche Medikamente, Bargeld, eigene Notvorrats-Konserven, eigene Notdokumenten-Mappe

🔄 5 Routinen für WGs (einmal etablieren, dann läuft's)

Routine 1: Monatliches Vorrats-Check (5 Minuten)

Am ersten Sonntag jedes Monats kurz prüfen: Sind die Stirnlampen-Batterien noch voll? Powerbank geladen? Konserven nicht abgelaufen? In WG-Putzplan integrieren — kein extra Termin.

Routine 2: Jährliches WG-Briefing-Update (15 Minuten)

Beim ersten WG-Treffen im Jahr (z.B. nach Silvester): Briefing-PDF nochmal durchgehen. Sind alle Handy-Nummern noch aktuell? Wer ist neu eingezogen? Wer ausgezogen?

Routine 3: Bei Wetterwarnung (5 Minuten)

Wenn NINA / Hora / Alertswiss eine Warnung pusht: Kurze Nachricht in den WG-Chat → „Wer ist heute Abend da? Wer kommt später?" Plus: Wasservorrat checken bevor's los geht.

Routine 4: Beim Einzug einer neuen Person (10 Minuten)

Mit dem Putzplan und dem Mietvertrag auch das Notfall-Briefing zeigen. „Hier hängt unser Krisenplan an der Küchentür — schau es dir an, trag deine Nummern ein."

Routine 5: Bei Auszug (5 Minuten)

Wer auszieht und Equipment mitnimmt (Powerbank, Gaskocher): WG-Inventar aktualisieren. Auf neuen Mitbewohner umlegen, was fehlt.

⚖️ Die ehrlichen Konflikt-Punkte (und wie ihr sie löst)

„Ich brauch das nicht, ihr macht das mal": Kommt vor. Lass es laufen — wer's selbst will, beteiligt sich an Kostenteilung. Wer's nicht will, kriegt im Ernstfall halt aus dem WG-Vorrat (gegen kleines Catering). Aber: Jeder hat eigene Stirnlampe + Powerbank, das ist nicht teilbar.

„Wer zahlt das Equipment?": Aufteilung 1/N für gemeinsame Sachen ist Standard. Wer auszieht, kriegt seinen Anteil zurück (Inventur per Foto). Klingt bürokratisch, vermeidet Streit beim Auszug.

„Ich will keine Konserven im Schrank": Notvorrat lagert nicht im Hauptküchenschrank, sondern in einer eigenen Box im Abstellraum/Keller. Aus dem Sichtfeld, aus dem Streit-Topf.

„Was wenn jemand 'Crazy Prepper' wird?": 14 Tage Vorrat + 50 € Equipment = nicht „Crazy Prepper", das ist BBK-Standard. Wer Bunker im Keller bauen will, gehört nicht in eure WG.

🔧 Wenn ihr's wirklich solide machen wollt

Über das Mindest-Briefing hinaus:

  • Gemeinsamer Notvorrat-Schrank in Abstellraum: 14 Tage × Anzahl Mitbewohner — kostet 70-90 € pro Person, Aldi/Lidl-tauglich
  • PMR-Funkgeräte-Set (2 Stück, lizenzfrei): Falls Handy aus und ihr in verschiedenen Stadtteilen seid
  • Gemeinsame Hochwasser-/Notdokumenten-Tasche im Wohnzimmer-Schrank (wasserdicht): Ausweis-Kopien, Mietvertrag-Kopien, wichtige Versicherungs-Policen
  • Nachbarschafts-Liste: 3-5 Nachbarn mit Namen, Stockwerk, Telefonnummer — beim Hausfest erstellen
🛒 WG-Equipment: PMR-Funk + Erste-Hilfe-Set
Die zwei Items, die kaum eine WG hat.
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Häufige Fragen

Was wenn meine Mitbewohner nicht mitziehen?

Realistisch: Das wird einer von vier nicht wollen. Mach trotzdem. Du brauchst kein 100%-Buy-in. Allein du mit Stirnlampe + Notvorrat reicht für die WG aus — die anderen kriegen Notfall-Support. Beim nächsten Wetter-Event wachen sie auf.

Wo lagern wir den gemeinsamen Vorrat in einer 60-m²-WG?

Abstellraum, Vorratskeller, Schrank im Flur, hohe Schrank-Oberteile. Ein 14-Tage-Vorrat für 3 Personen passt in eine 60×40×30 cm-Box. Kein Platzproblem in normaler WG.

Sind 14 Tage Vorrat für eine WG übertrieben?

Nein. BBK (DE) empfiehlt 10 Tage, SKKM (AT) und BABS (CH) mehrere Tage bis 2 Wochen — auch für Single-Haushalte. 14 Tage ist Mainstream-Standard, nicht „Prepper-Extrem".

Was kostet das Mindest-Setup für eine 3er-WG?

Mindest-Equipment ~150 € gemeinsam (Wasserkanister, Gaskocher, Erste-Hilfe-Set, Battery-Radio) + ~50 € pro Person für eigene Sachen (Stirnlampe, Powerbank) + ~80 € pro Person für 14-Tage-Notvorrat. Gesamt: ~540 € für eine 3er-WG, schrittweise über 4-6 Wochen aufbaubar.

Funktioniert das auch in einer Familien-WG (Eltern mit erwachsenen Kindern)?

Ja, gleicher Plan. Familien-WGs haben oft schon mehr Vorrat, aber das schriftliche Briefing fehlt auch dort. Eltern reden nicht über Krisen mit ihren erwachsenen Kindern — die WG-Variante zwingt zum Gespräch.

🧭 Teil unserer Säule „Vorsorge für junge Erwachsene"
Hub-and-Spoke: Diese Seite ist ein Spoke des Pillar-Guides. Mehr Spokes:
Keinen Bock auf E-Mails? Kein Ding — hier ist der WG-Briefing-PDF Direktlink. Danke, dass du bis hier gelesen hast 👋

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Über den Autor
Florian Neuhuber ist Systems-Engineer aus Oberösterreich, hat selbst in 4 WGs gewohnt zwischen 2002-2015, betreibt prepperzentrale.de. Dieses Briefing ist die Schriftform von Gesprächen, die in seinen alten WGs immer erst nach einer Krise stattgefunden haben — diesmal davor.

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