Die EU empfiehlt 72 Stunden Vorrat — was wirklich reingehört
Die EU-Kommission rät jedem Haushalt, mindestens 72 Stunden autark überbrücken zu können. Wir zeigen ruhig und konkret, was wirklich in den 72-Stunden-Vorrat gehört — Wasser, Essen, Licht, Information.
Die Europäische Kommission empfiehlt seit 2025, dass jeder Haushalt mindestens 72 Stunden — also drei Tage — ohne äußere Hilfe überbrücken kann. Der Gedanke dahinter ist nüchtern: Bei einem größeren Vorfall brauchen Hilfskräfte Zeit, um flächendeckend zu versorgen. Drei Tage sind die Spanne, in der du dich selbst tragen solltest.
Das deutsche Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) geht sogar weiter und rät zu einem Vorrat für rund zehn Tage. Beide Empfehlungen widersprechen sich nicht — 72 Stunden sind das Minimum, zehn Tage das komfortable Ziel. Fang mit den drei Tagen an, dann baust du Schritt für Schritt aus.
Wasser: die wichtigste Zahl
Wasser steht an erster Stelle, weil man ohne es am schnellsten in Schwierigkeiten gerät. Als Faustregel gelten rund zwei Liter Trinkwasser pro Person und Tag, plus etwa einen weiteren Liter für Kochen und Hygiene.
- Für drei Tage und eine Person: etwa 6 Liter Trinkwasser, mit Reserve eher 9 Liter.
- Für eine vierköpfige Familie über drei Tage: rund 24 bis 36 Liter.
- Stilles Wasser in Flaschen ist lange haltbar und einfach zu lagern.
Wer mehr Spielraum will, ergänzt einen einfachen Wasserfilter — dann kannst du im Ernstfall auch andere Quellen nutzbar machen.
Essen: haltbar, ohne Kochen essbar
Beim Essen geht es nicht um Gourmet-Küche, sondern um Kalorien, die ohne Strom auskommen. Achte auf Lebensmittel, die du notfalls auch kalt essen kannst:
- Konserven: Bohnen, Linsen, Gemüse, Fisch, Fertiggerichte.
- Knäckebrot, Zwieback, Haferflocken, Nüsse, Trockenfrüchte.
- Etwas, das den Alltag erträglich macht: Schokolade, Kekse, löslicher Kaffee oder Tee.
Wichtig ist, dass du das einlagerst, was deine Familie tatsächlich isst, und den Vorrat rollierend verbrauchst und nachkaufst. So läuft nichts ab. Vergiss einen Dosenöffner nicht — und bei Bedarf Babynahrung, Tierfutter und nötige Medikamente.
Licht und Wärme
Fällt der Strom aus, wird es schnell dunkel und im Winter kalt. Für den 72-Stunden-Vorrat reichen einfache Mittel:
- Stirn- oder Taschenlampe pro Person plus Ersatzbatterien.
- Warme Kleidung, Decken oder Schlafsäcke — passive Wärme ist sicher und braucht keinen Strom.
- Eine geladene Powerbank fürs Handy.
Information: das Radio
Wenn Internet und Mobilfunk wegbrechen, läuft die offizielle Kommunikation über den Rundfunk. Ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio (UKW/DAB+) ist deshalb ein Kernstück jedes Vorrats. Dazu gehört etwas Bargeld in kleiner Stückelung, weil Kartenzahlung ohne Strom nicht funktioniert.
Der 72-Stunden-Vorrat auf einen Blick
- ☐ Wasser: ~2 l Trinkwasser pro Person/Tag (plus Reserve)
- ☐ Haltbares Essen für 3 Tage, auch kalt essbar + Dosenöffner
- ☐ Medikamente, Babynahrung, Tierfutter nach Bedarf
- ☐ Stirnlampe + Ersatzbatterien, Powerbank
- ☐ Warme Kleidung, Decken/Schlafsack
- ☐ Kurbel-/Batterieradio
- ☐ Bargeld in kleiner Stückelung
Drei Tage sind machbar, ohne dass es dein Budget sprengt. Hast du das Minimum, lohnt sich der Blick auf die BBK-Empfehlung von zehn Tagen. Eine durchgerechnete Liste dafür findest du in unserem 14-Tage-Notvorrat sowie in der kompletten Checkliste.
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