Krisenvorsorge: Ultimative Checkliste für Familien in DACH
Vollständige Krisenvorsorge-Checkliste: BBK (DE) + SKKM (AT) + BABS (CH). 14-Tage-Setup für Familien.
Auf einen Blick
Diese Checkliste fasst die offiziellen Empfehlungen von BBK (DE), SKKM (AT) und BABS (CH) für die 14-tägige Notvorratshaltung zusammen. Sie enthält alle wichtigen Punkte für Familien in DACH, von Wasser und Lebensmitteln bis zu Dokumenten und Hygiene.
Krisenvorsorge-Checkliste DACH 2026 — Österreich, Deutschland, Schweiz
Resilienz für Familien. Technisch fundiert. Ohne Panik.
Lesedauer: ca. 18 Minuten · Aktualisiert: Mai 2026
Inhaltsverzeichnis
- Behörden-Übersicht DACH
- Offizielle Empfehlungen im Vergleich
- 14-Tage-Master-Checkliste (7 Kategorien)
- 1. Wasser
- 2. Nahrung
- 3. Energie und Wärme
- 4. Hygiene
- 5. Erste Hilfe
- 6. Kommunikation
- 7. Dokumente und Bargeld
- DACH-spezifische Risiken
- Warn-Apps und Behördenkanäle
- Familien-Drill-Plan
- Saisonale Anpassung
- FAQ
Behörden-Übersicht DACH
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Deutschland
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) — bbk.bund.de
- Bundesministerium des Innern (BMI) — Strategien Zivilschutz
- Länder-Krisenmanagement (z.B. Bayerisches Innenministerium, NRW-IM)
- Kreis-/Stadt-Katastrophenschutzbehörde — Sirenen, Sammelpunkte
Österreich
- Staatliches Krisen- und Katastrophenschutzmanagement (SKKM)
- BMI Sektion II (Zivilschutz) + Österreichischer Zivilschutzverband (ÖZSV)
- Landeswarnzentralen (LWZ je Bundesland)
- Bezirks-Sicherheitsbehörde — operative Ebene
Schweiz
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) — babs.admin.ch
- Kantonale Führungsstäbe (KFS)
- Regionale Führungsorganisationen (RFO)
- Zivilschutz auf Gemeindeebene
Offizielle Empfehlungen im Vergleich
| Land | Empfehlung | Dauer | Pro Person Wasser | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland (BBK) | "Vorsorge für den Notfall" | 10 Tage | 2 L/Tag (20 L) | Stromausfall, Hochwasser |
| Österreich (SKKM) | "Bevorratung" | ~14 Tage | 2 L/Tag (28 L) | Blackout, Pandemie |
| Schweiz (BABS) | "Notvorrat" | 1 Woche Wasser, 1 Woche Lebensmittel | 9 L (für 3 Tage) | Naturgefahren, Versorgungsausfall |
Unsere Empfehlung: 14-Tage-Setup für Familien als pragmatischer Goldstandard, der alle drei Empfehlungen abdeckt. Siehe 14-Tage-Notvorrat.
Die 14-Tage-Master-Checkliste in 7 Kategorien
Folgendes Format eignet sich zum Ausdrucken (oder als PDF — siehe Link oben). Pro Kategorie eine Mindest-Menge für eine vierköpfige Familie (2 Erwachsene + 2 Kinder) für 14 Tage.
1. Wasser
- □ 112 L Trinkwasser (4 P × 2 L × 14 Tage) — gespeichert in 5L/10L-Kanistern, dunkel und kühl
- □ 56 L Brauchwasser (Hygiene, Toilette) — Badewanne füllbar bei Vorwarnung
- □ Wasserfilter mind. 1 (Sawyer Mini, Katadyn BeFree) — siehe Wasserfilter-Vergleich
- □ Mikropur Forte oder ähnliche Desinfektion (Reserve)
- □ Mehrere 1L-PET-Flaschen für Tagestransport
- □ Karte: nächste öffentliche Brunnen / Trinkwasserstellen markiert
Tiefer-Tauchen: Trinkwasser-Lagerung 30/90/180 Tage, Wasserfilter Cornerstone.
2. Nahrung
- □ ~140.000 kcal Trockenvorrat (Familie 4P × 2500 kcal × 14 Tage)
- □ Reis, Nudeln, Couscous (je 5 kg)
- □ Konserven Gemüse + Hülsenfrüchte (40 Dosen)
- □ Konserven Fisch + Fleisch (20 Dosen)
- □ Knäckebrot / Vollkorn-Cracker (4× 500g)
- □ Trockenfleisch / Salami am Stück (lange haltbar)
- □ Trockenfrüchte + Nüsse (4 kg)
- □ Haferflocken + Müsli (4 kg)
- □ Honig + Salz + Gewürze + Öl
- □ Schokolade + Energie-Riegel (Moral-Faktor)
- □ Notnahrung-Reserve BP-5 / NRG-5 (siehe Notfallnahrung-Vergleich)
Detail-Setup: 30-Tage-Notvorrat 4 Personen.
3. Energie und Wärme
- □ Powerstation min. 500 Wh (Jackery, EcoFlow, Bluetti — siehe Powerstation-Vergleich)
- □ Solarpanel 100–200 W faltbar
- □ 2× 11 kg LPG-Flasche + Kocher (siehe Kochen ohne Strom)
- □ 4× Stirnlampe + 8× Batterien-Sets (siehe Stirnlampen-Guide)
- □ 1× Petroleum-Lampe + 5 L Petroleum (siehe Notbeleuchtung)
- □ Holzofen oder Pelletofen (alternativ Petroleum-Heizung) — Heizen ohne Strom
- □ Brennholz 1 Ster trocken (siehe Brennholz selbst machen)
- □ Schlafsäcke Komfort -5 °C für alle Familienmitglieder
- □ Wolldecken + Hand-Wärmer als Backup
Pro: Powerstation vs PV-Speicher und PV-Notstrom.
4. Hygiene
- □ Toilettenpapier (2 Großpackungen)
- □ Feuchttücher + Müllbeutel
- □ Seife, Zahnpasta, Zahnbürsten
- □ Hygiene-Artikel Damen 2-Monats-Vorrat
- □ Windeln + Babynahrung (wenn relevant)
- □ Trocken-Shampoo + Wasch-Lappen
- □ Notdurft-Eimer + Plastiksäcke + Sägespäne / Katzenstreu (wenn Kanalsystem ausfällt)
- □ Müllbeutel groß (60 L) 50 Stück
- □ Desinfektionsmittel Hände
5. Erste Hilfe
- □ Familien-Set DIN 13169 oder ÖNORM Z 1020 Typ 2
- □ Trauma-Erweiterung (Tourniquet, Israeli-Bandage)
- □ Schmerzmittel + Antihistaminika + Cortison-Salbe
- □ Dauermedikation 14-Tage-Reserve
- □ Reserve-Brille
- □ Pulsoximeter + Fieberthermometer
- □ Insulin / spezielle Medikation in Frio-Tasche (kein Strom nötig)
Tief: Erste Hilfe Krisenvorsorge Cornerstone, Erste-Hilfe-Set.
6. Kommunikation
- □ Kurbel-Radio (DAB+ und UKW) — z.B. Sangean MMR-88, Eton FRX5
- □ PMR-Handfunkgeräte 4 Stück (eine pro Familienmitglied)
- □ Powerbank 20.000 mAh × 2
- □ Solarladegerät für USB-Devices
- □ Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier (Verwandte, Hausarzt, Notruf, Versicherung)
- □ Familien-Kommunikations-Plan ausgedruckt — Familien-Plan
- □ Optional: CB-Funk Handgerät oder Amateurfunk-Lizenz (siehe Funk bei Stromausfall und Klasse E in 4 Wochen)
7. Dokumente und Bargeld
DACH-Variante zwingend: jedes Land hat eigene Pflicht-Dokumente.
- □ Reisepass + Personalausweis (CH: Identitätskarte) — Original + Kopie wasserdicht
- □ Geburtsurkunden Kinder
- □ eCard (AT) / Krankenkassen-Karte (DE) / Versicherungskarte (CH) — Kopie
- □ Impfpass
- □ Führerschein
- □ Versicherungs-Policen (Hausrat, Wohngebäude, KFZ, Lebensversicherung)
- □ Eigentums-Nachweise (Grundbuch-Auszug, Fahrzeug-Schein)
- □ Bank-Kontaktdaten + IBAN-Liste
- □ Familien-Foto aktuell (zum Wiedererkennen bei Trennung)
- □ Bargeld: 500–1500 € klein gestückelt (5/10/20er), bei Karten-Ausfall
- □ Wertgegenstände als physisches Gold/Silber (optional)
- □ USB-Stick verschlüsselt mit Foto-Backup + digitale Kopien aller Dokumente
DACH-spezifische Risiken
Deutschland
- Stromnetz-Krisen (lastenabwurf bei Wind-/Solar-Schwankungen, geopolitische Risiken)
- Hochwasser (Ahrtal-Lehre — siehe Hochwasserschutz)
- Cyberangriffe auf KRITIS (Krankenhäuser, Wasser)
- Hitzewellen + Trockenheit
Österreich
- Lawinen (Alpenraum)
- Stromnetz-Risiken (Bundesheer-Studie geht von Blackout binnen 5 Jahren aus)
- Gas-Importe (Abhängigkeit historisch hoch — Ausfall-Szenarien aktualisiert)
- Hochwasser Donau / Drau
- Murenabgänge nach Starkregen
Schweiz
- Berg-Wetter-Extreme (Föhn, Schneestürme)
- Erdbeben Wallis und Region Basel (BABS-Risikobericht)
- Stromknappheit Winter (Importabhängigkeit)
- Steinschlag und Bergsturz
Familien-Pflicht: lokale Karte des BBK-Atlas / SKKM-Risiko-Atlas / BABS Naturgefahrenkarte einmal anschauen.
Warn-Apps und Behördenkanäle
Deutschland
- NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des BBK)
- KATWARN (Fraunhofer FOKUS)
- Mowas-Sirenen + Cell Broadcast (seit 2023 in DE)
Österreich
- AT-Alert (Cell-Broadcast, seit 2023 flächendeckend)
- KATWARN AT
- KAT-Pendel (Niederösterreich)
- WhatsApp-Channel diverser Landeswarnzentralen
Schweiz
- Alertswiss (BABS) — App + Website
- MeteoSchweiz-App für Naturgefahren-Warnungen
Apps auf allen Familien-Smartphones installieren, Push-Benachrichtigungen aktivieren, Regionen abonnieren.
Familien-Drill-Plan — 1× pro Quartal
Eine Checkliste auf Papier reicht nicht. Krise wird real, wenn ihr sie geübt habt.
Quartals-Drill (1 Stunde, 4× im Jahr)
- Strom aus für 2 Stunden: Sicherung raus, Familie muss mit Stirnlampen, Wasservorrat und Gaskocher auskommen. Was fehlt?
- Bug-Out-Bag-Auspack-Test: Was ist abgelaufen, was passt nicht mehr, wer hat Kleidung herausgewachsen?
- Treffpunkt-Walk: mit den Kindern den Familien-Treffpunkt einmal abgehen
- Erste-Hilfe-Refresh: 15 Min Tourniquet-Anlegen + stabile Seitenlage üben
Ein Logbuch (Papier oder Notion) hilft, Schwachstellen über Quartale zu tracken.
Saisonale Anpassung
Winter-Setup (Okt–März)
- Schlafsäcke -5 °C* in alle Bags
- Brennholz aufgefüllt
- Petroleum-Vorrat geprüft
- Schnee-Schaufel* + Streusalz*
- Frostschutz für Wasser-Kanister im Auto
Sommer-Setup (April–Sept)
- Trinkwasser-Vorrat erhöht (Hitze)
- Sonnen-Schutz (Hüte, LSF 50, Salz-Tabletten)
- Insektenschutz inkl. Zeckenkarte
- Wespen-/Bienen-Notfall (EpiPen)
- Solar-Ofen aktiv nutzen — siehe Kochen ohne Strom
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Häufige Fragen
Reicht ein 10-Tage-Vorrat laut BBK wirklich?
BBK-Empfehlung ist eine Mindestschwelle. Für Familien mit Kindern, in ländlichen Regionen oder bei winterlichen Bedingungen empfehlen wir 14 Tage als pragmatisches Ziel — und ein Aufbauplan auf 30 Tage.
Wie aktuell muss die Checkliste sein?
Mindestens jährlich vollständig durchgehen. Dokumente-Aktualität halbjährlich. Bei jeder Familien-Veränderung (Kind, Umzug, neue Allergie) sofort.
Wo lagere ich 112 L Wasser?
Keller, Abstellraum, unter Bett. 10–20L-Kanister stapelbar. Wasserwechsel alle 6 Monate (Anti-Algen-Tabs verlängern auf 12 Monate).
Brauche ich Bargeld bei Karten-Ausfall?
Ja. Bei einem mehrtägigen Stromausfall funktionieren EC-/Kreditkarten nicht. Sparkassen empfehlen pro Familie ~500 € klein gestückelt zu Hause.
Was passiert mit verderblichen Lebensmitteln bei Stromausfall?
Gefriertruhe hält bei voller Beladung 24–48 h kalt, Kühlschrank 4–8 h. Strategie: erst Verderbliches essen, dann Konserven, dann Trockenvorrat.
Wie binde ich Großeltern in den Plan ein?
Eigene Mini-Checkliste für sie (vereinfacht), Treffpunkt-Plan dort hinterlegt, regelmäßiger Familien-Drill via Telefon. Bei Pflege-Bedarf zusätzliches Notfall-Konzept.
Was wenn die Wohnung zu klein ist für Vorräte?
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Wie überzeuge ich Partner/Familie, dass Vorsorge sinnvoll ist?
Nicht mit Endzeit-Sprech. Mit positiven Beispielen (Ahrtal, Storm Boris 2025, Blackout Spanien 2024) und Familien-Schutz-Argument. Klein anfangen — eine Stirnlampe + ein 30L-Wasservorrat sind ein realistischer Einstieg.
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🇦🇹🇨🇭 Besonderheiten in Österreich & Schweiz
🇦🇹 Österreich: Das SKKM und der Österreichische Zivilschutzverband (ÖZSV) geben die Leitlinie „14 Tage autark". Sirenenprobealarm jährlich am ersten Samstag im Oktober (12:00–12:45). KAT-Warn-Apps: SOS-Plus + offizielle Bundesländer-Apps.
🇨🇭 Schweiz: Der BABS empfiehlt im „Notvorrat" 9 L Wasser/Person + Lebensmittel für 1 Woche. Sirenentest jährlich am ersten Mittwoch im Februar. Warn-App: Alertswiss. Schutzraumzuweisung über kantonale Zivilschutzämter.
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Häufige Fragen
Wie viel Wasser sollte eine Familie pro Person einlagern?
Pro Person und Tag werden 2 Liter Trinkwasser empfohlen. Für 14 Tage ergibt das 28 Liter pro Person. Für eine vierköpfige Familie sind das 112 Liter.
Welche Lebensmittel eignen sich am besten für den Notvorrat?
Geeignet sind langlebige, trockene Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte, Konserven und haltbare Milch. Auch Fertiggerichte und Knäckebrot sind praktisch. Achten Sie auf eine ausgewogene Mischung.
Muss ich auch an Babynahrung oder Tierfutter denken?
Ja, falls Sie Säuglinge oder Haustiere haben, planen Sie deren Bedarf unbedingt mit ein. Babynahrung und Windeln sollten für 14 Tage reichen. Auch Tierfutter in ausreichender Menge einlagern.
Wie bewahre ich die Vorräte am besten auf?
Lagern Sie alles kühl, trocken und dunkel. Verwenden Sie stabile Regale im Keller oder in der Speisekammer. Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und rotieren Sie die Bestände regelmäßig.
Zuletzt aktualisiert: 2026-06-01 · Autor: Florian Neuhuber


