Was im Blackout zuerst ausfällt — und wie du dich darauf vorbereitest
Bankomat, Handynetz, Wasserpumpe: Bei einem Stromausfall fällt nicht alles gleichzeitig aus, sondern in einer Reihenfolge. Wer sie kennt, bereitet gezielt vor — mit Bargeld, Kurbelradio und Wasservorrat.
Bei einem Stromausfall passiert nicht alles auf einmal. Manche Dinge sind sofort weg, andere halten noch Stunden durch, bis auch sie ausfallen. Wer diese Reihenfolge kennt, kann gezielt vorsorgen — ganz ohne Panik. Hier ist, was bei einem längeren Blackout typischerweise in welcher Reihenfolge ausfällt, und was dagegen hilft.
Sofort: Kartenzahlung und Bankomat
Im selben Moment, in dem der Strom geht, funktionieren Kassenterminals und Geldautomaten nicht mehr. Kein Strom heißt: keine Kartenzahlung, kein Geldabheben. Wer dann kein Bargeld hat, kann nichts mehr kaufen — auch nicht beim Bäcker oder an der Tankstelle.
Lösung: Halte einen kleinen Bargeldvorrat in kleiner Stückelung vor. Kleine Scheine und Münzen sind wichtig, weil im Ernstfall niemand auf einen großen Schein herausgeben kann. Wie viel und wie du es aufbewahrst, erklären wir im Detail in unserem Artikel zu Bargeld in der Krise.
Nach wenigen Stunden: das Handynetz
Das Mobilfunknetz fällt nicht sofort aus — die Funkmasten haben meist eine Notstromversorgung über Batterien oder kleine Generatoren. Aber diese Reserven sind begrenzt. Je nach Standort ist nach einigen Stunden bis wenigen Tagen Schluss. Dann kannst du weder telefonieren noch ins Internet, und auch Messenger funktionieren nicht mehr.
Lösung: Ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio hält dich auf dem Laufenden, wenn das Handynetz tot ist. Behördeninformationen laufen über UKW und DAB+. Schone parallel deinen Handy-Akku mit dem Flugmodus und halte eine geladene Powerbank bereit. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Krisenkommunikation in der Familie.
Nach Stunden bis Tagen: Wasser aus der Leitung
Solange Wasser mit natürlichem Gefälle zu dir kommt, fließt es eine Weile weiter. Sobald aber elektrische Pumpen im Spiel sind — etwa in Hochhäusern oder bei kommunalen Druckerhöhungsanlagen — bleibt das Wasser irgendwann aus. Auch die Abwasserentsorgung kann betroffen sein, wenn Pumpwerke ausfallen.
Lösung: Lege einen Trinkwasservorrat an — als Faustregel rund zwei Liter Trinkwasser pro Person und Tag, plus etwas zum Kochen und für die Hygiene. Wie du Wasser richtig lagerst und filterst, zeigen wir in unserem Wasser-Vorsorge-Guide.
Im Winter besonders kritisch: die Heizung
Viele unterschätzen, dass auch Gas- und Pelletheizungen Strom brauchen — für Pumpe, Steuerung und Zündung. Fällt der Strom, wird es im Winter über Stunden ungemütlich kalt. Hier helfen warme Kleidung, Decken oder Schlafsäcke und die Konzentration auf einen kleinen Raum. Gas- oder Benzin-Heizgeräte gehören nie in geschlossene Innenräume.
Die Reihenfolge auf einen Blick
- Sofort: Kartenzahlung & Bankomat → Bargeld in kleiner Stückelung
- Nach Stunden: Handynetz & Internet → Kurbel-/Batterieradio, Powerbank
- Stunden bis Tage: Wasser aus der Leitung → Trinkwasservorrat, Filter
- Im Winter: Heizung → warme Kleidung, Decken, kleiner Raum
Die gute Nachricht: Gegen jeden dieser Punkte gibt es eine einfache, bezahlbare Vorsorge. Du musst nicht alles auf einmal anschaffen — geh die Liste durch und ergänze, was dir fehlt. Den kompletten Überblick findest du in unserer Krisenvorsorge-Checkliste.
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